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Das alte Kino in Frankfurt (Oder)

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1955 öffnete das Haus seine Türen. Zwei überlebensgroße Skulpturen an der Eingangstreppe - ein Hochöfner und eine Erntehelferin und die Sgraffiti an den Außenwänden - sozialistische Kunst am Bau - geben dem Gebäude seinen charakteristischen Ausdruck. Jahrzehntelang war das Haus nicht nur Kino, sondern auch Ort für Jugendweihen und andere Veranstaltungen.
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1998 öffnete sich kein Kinovorhang mehr und die Türen blieben verschlossen. Das denkmalgeschützte Lichtspieltheater wurde dem Verfall preisgegeben.

Das einstige vielbesuchte Haus in der Heilbronner Straße wurde zum Schandfleck der Stadt. Viele Frankfurter*Innen wollten und konnten das nicht hinnehmen.
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Die Geschichte vor der Geschichte

Das Lichtspieltheater der Jugend wurde 1955 eröffnet. Die Geschichte dieses Kinos begann jedoch viel früher.

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Die Ruine um 1952 und das Lichtspieltheater 2014 bei einer Aufräumaktion engagierter Bürger.

1952/ 2014
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Das Kino gehört der Stadt

Interview mit Oberbürgermeister René Wilke

West-Maurerkellen verputzen Ost-Fassaden

Horst Klute hat 1954/55 mit seiner Brigade die Fassade verputzt.

"Da waren so viele Ideen im Raum"

Die Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete Sahra Damus zur Entscheidung für eine Kunsthalle.

Räumliche Klarheit

Ulrike Kremeier, Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für Moderne Kunst ist vom Entré des Kinos begeistert.

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Sommerliebe

Der erste Film im neu erbauten Lichtspieltheater der Jugend

"Ich bring Euch alle hinter Gitter"

Peter Hellert erlebte 1980 einen Filmvorführerlehrgang mit einem dramatischen Höhepunkt.

Winfried Bellgardt erinnert sich an Jurassic Parc.

Rainer Knospe war vor 62 Jahren das erste Mal im Kino

Elke und Bernd Lange über ihr Lieblingskino

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Entertainer Bob Lehmann

Der Lichter-Flashmob von Frankfurt (Oder) am 11.11.2014.

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Die Kinoretter - Die Reportage

Reportage von Fred Pilarski und Achim Hippel

Kein verlorener Ort

Schüler des Karl-Liebknecht-Gymnasiums in Frankfurt (Oder) sorgen sich um ein Kino

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Alte Fotos













Actienbrauerei und Restaurationsgebäude "Groß Frankfurt" , 1898, Bild: Stadtarchiv Frankfurt/Hoffmann
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Kaisersaal der Aktienbrauerei, 1907, Bild: Stadtarchiv Frankfurt
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Eingang zum UFA-Theater, 1932, Bild: Stadtarchiv Frankfurt/Funk
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Vergnügungslokal "Groß Frankfurt" mit Ostquell Brauerei und UFA-Theater um 1940, Bild: Stadtarchiv Frankfurt
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Ruine der Brauerei und des UFA-Theaters, Bild: Stadtarchiv Frankfurt/Fricke
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Die Ruine der Brauerei und des UFA-Theaters, Bild: Stadtarchiv Frankfurt/Fricke
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Ruine des Kinosaals; Bild: Stadtarchiv Frankfurt/Fricke
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Ruine des UFA Theater mit Groß Frankfurt-Vergnügungslokal, Bild:  Stadtarchiv Frankfurt/Fricke
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Das "Lichtspieltheater der Jugend" bei der feierlichen Eröffnung am 30. April 1955, Bild: Stadtarchiv Frankfurt/Fricke
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Das Lichtspieltheater der Jugend, Bild: Stadtarchiv Frankfurt/Funk
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Das Kino, 2005, Bild: imago images/Hoch Zwei/Angerer
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Die Geschichte vor der Geschichte

Vollbild
Frankfurts "Lichtspieltheater der Jugend" wurde 1955 eröffnet. Die Geschichte dieses Kinos begann jedoch viel früher. Und zwar hinter dem heutigen Kinostandort.

Hier gründeten 1870 einige Kaufleute die Frankfurter Actien-Brauerei und entwickelten um die Brauerei herum nach und nach einen Komplex von Vergnügungsstätten, Restaurants, Biergärten.

Seit 1900 wurden hier auch Filme gezeigt, der 1907 eröffnete Kaisersaal wandelte sich mit der Zeit zu Frankfurts beliebtestem Kino. Das Kriegsende 1945 war dann das vorläufige Aus für das Kino. Eine Bombe hatte die Bühne beschädigt, ein Brand das Restaurantgebäude zerstört. Wie durch ein Wunder ist der ehemalige Kaisersaal mit seiner markanten Empore stehengeblieben.

Nachdem Frankfurt (Oder) Bezirkshauptstadt geworden war, wurden der Stadt die Mittel für ein Lichtspielhaus zugebilligt. Das neue Haus entstand am Ort des alten - als Mix verschiedener Entwürfe, die sich am Stil der Gebäude in der Berliner Stalin-Allee orientierten.

Am Vorabend des 1. Mai 1955 wurde das Kino im DDR-typischen 50er Jahre-Stil feierlich eröffnet, mit der DDR-Liebeschnulze "Sommerliebe" von Franz Barrenstein.

Erst nach der Eröffnung bekam das Haus seine markante Gestalt mit den Skulpturen arbeitender Menschen von Edmund Neutert und den Wandbildern von Rudolf Grunemann.

Vier Jahrzehnte war das Lichtspieltheater im Stadtzentrum nicht nur ein Kino. Etliche Frankfurter feierten dort ihre Jugendweihe. Gleich mehrere Jugendfilmclubs trafen sich im alten Kino, diskutierten mit DEFA-Filmleuten über deren Arbeiten.
Mit dem Ende der DDR hatte das Lichtspieltheater zunächst nichts von seiner Attraktivität verloren. Mit der Übernahme durch die UFA gab es sogar noch technische Verbesserungen.
1998 eröffnete die UFA ein neues Multiplex-Kino im Stadtzentrum und schloss das alte Lichtspieltheater im selben Augenblick. Die UFA verkaufte das Haus an eine Gesellschaft in Rheinland-Pfalz. Nutzungsideen von einer Spielbank bis zur Diskothek scheiterten aus unterschiedlichen Gründen – das Haus begann zu verfallen.   Immer mehr Frankfurter regte das auf. Schüler und Studenten erforschten die Geschichte des Kinos, der Kunstverein gestaltete eine Ausstellung. Eine Bürgerinitiative begann spontan, Unkraut zu zupfen und Müll wegzuräumen. Eine Facebookgruppe verabredete sich 2014 zu kreativem Protest: Hunderte Taschenlampen beleuchteten die Fassade zur Musik von "Zurück in die Zukunft". Gleichzeitig verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen Eigentümer und Stadt. Notreparaturen an dem denkmalgeschützten Gebäude mussten gerichtlich durchgesetzt werden.
Letztlich brachte der Unmut der Bürger die Politik in Schwung. Es entstand der Plan, das Haus zu kaufen und für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Nur, wofür?  

Eine neue Möglichkeit ergab sich, als das bisher städtische Museum Junge Kunst 2017 in einer Landesstiftung aufging und mit dem Cottbuser Kunstmuseum Dieselkraftwerk zum Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst fusionierte. Mit dem alten Kino als neuem Haus für das Landesmuseum würde Frankfurts Kunst-Museum deutlich aufgewertet. Die bisherigen Ausstellungsorte und das Depot sind bislang über die Stadt verteilt. Räume für Museumspädagogik gibt es kaum, ein moderner Museumsshop fehlt wie auch ein Café. Die Landesregierung sicherte Unterstützung zu – unter der Voraussetzung, dass es die Stadt Frankfurt schafft, das Haus zu kaufen.  

Genau das gelang dann schließlich dem 2018 gewählten Oberbürgermeister René Wilke. Im Frühjahr 2020 sollen erste Pläne für den Umbau zum Landesmuseum für Moderne Kunst vorgestellt werden.
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Der Eröffnungsfilm 1955 ist die neueste Produktion der DEFA.  Zwischen einer vorbildlichen Arbeiterin im wohlverdienten Sommerurlaub und einem lotterhaften Strandkorb-Wart. Der Film ist heute längst vergessen. Kritiker meinen, zurecht.  

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"Ohne Kelle aus dem Westen hätten wir die Norm nicht geschafft"

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Horst Klute hat 1954/55 die Fassade verputzt – mit einer Kelle aus dem Westen. Dank eines Lottogewinns hatte seine Brigade Geld genug, um sich ein bisschen Bier zu kaufen.

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"Und dann haben wir das in Gang gebracht"

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Oberbürgermeister René Wilke über den Kauf des alten Kinos durch die Stadt.

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Peter Hellert erlebte einen Filmvorführerlehrgang mit dramatischem Höhepunkt.

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Die Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete Sahra Damus über die Entscheidung, das Kino zum Kunstmuseum zu machen.  

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Ulrike Kremeiner, die Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für Moderne Kunst, über den Eingang des alten Kinos.  

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"Das war eigentlich das große Kino!"

Elke und Bernd Lange schwärmen heute noch.

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"Auch war ja die Zeit, wo man mit den Mädels so'n bisschen"

Rainer Knospe war vor 62 Jahren das erste Mal im Kino.  

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"Irgendwann lief Jurassic Park"

Winfried Bellgardt erinnert sich als wäre es gestern.

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