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Los geht's

Stadt der Mieter

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85 Prozent der Berliner wohnen zur Miete - mehr als in jedem anderen Bundesland. Kein Wunder, dass Berlin so leidenschaftlich über den Wohnungsmarkt diskutiert.

Zerstören höhere Mieten die Berliner Mischung in den Kiezen? Oder braucht sich hier niemand zu beschweren? Wie wohnt Berlin? Und zu welchem Preis?

Reporter des rbb und der Journalistenschule ems haben Menschen getroffen, die in Berlin einen Platz zum Leben suchen oder gefunden haben. Sie erzählen Geschichten über Wohnungssuchende, Vermieter, alternative Wohnformen und den vielfältigen Protest gegen immer höhere Mieten.
 



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Der Kampf um die Wohnung beginnt schon an der Eingangstür. Wer macht bei der Besichtigung den besten Eindruck auf den Makler? Wer betont am häufigsten, wie schön er die hohen Wände findet?

Natürlich haben alle Bewerber ihre Unterlagen dabei: Schufa-Auskunft, Gehaltsnachweis, Mietschuldenfreiheit. Jetzt kommt es auf das Urteil des Maklers an.

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Für seinen neuen Job ist Lehrer Alexander Butscher vor gut neun Monaten nach Berlin gekommen. Nach ein paar Wochen im Hotel zieht er von einem Übergangslager ins nächste -  mittlerweile wohnt er in Wohnung Nummer 6. Sind seine Ansprüche einfach zu hoch?




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Alexander Butscher träumt vom südlichen Prenzlauer Berg.

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Sechs Jahre lang war Anja Jenner mit ihrem Partner und ihren zwei Kindern in Lankwitz zu Hause. Nach der Trennung ist die Wohnung für sie alleine zu teuer. Seit neun Monaten sucht sie für sich und die Kinder nach einer neuen Bleibe. Ihr Ziel: 100 Euro weniger Miete. Dafür nimmt sie auch eine kleinere Wohnung in Kauf - aber die zu finden, ist nicht leicht.




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Wohnungssuche und Alltag sind für Anja Jenner schwer zu vereinbaren.

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Butschers Ziel: noch im Sommer eine Wohnung zu finden.

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Was wünschen Sie sich, Frau Jenner?

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Wichtig ist Anja Jenner die Lage der neuen Wohnung - das Umfeld muss auch für ihre Kinder stimmen. Ihre Tochter geht in Steglitz zur Schule und soll nicht wechseln müssen. Für ihren Sohn ist die Nähe zum Vater wichtig: Er wohnt abwechselnd bei beiden Elternteilen.

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"Die Berliner waren lange an niedrige Mietpreise gewöhnt."

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Seit über dreißig Jahren ist Ferdinand Klasen Vermieter. Die Mieteinnahmen aus einem Gründerzeithaus im bürgerlichen Friedenau sichern seine Rente. Die Kaltmiete liegt zwischen 9 und 11 Euro pro Quadratmeter. Wieviel Miete er verlangt, möchte er auch in Zukunft frei entscheiden. Die Mietpreisbremse hält er für Unsinn.

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"Die Mieten sollen meinen Lebensabend sichern"

Für Ferdinand Klasen trägt ein Vermieter eine wirtschaftliche, keine soziale Verantwortung.

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Wer genug vom Mietstress hat und ausreichend Eigenkapital mitbringt, baut selbst - zum Beispiel in gemeinschaftlichen Bauprojekten. Eins davon steht in der Bandelstraße 27 in Moabit.

Familien, Paare und Singles haben sich hier ein Zuhause gebaut. Die 19 Wohnungen sind individuell gestaltet, geteilt werden Garten, Dachterrasse und Gemeinschaftsraum. Die ersten Bewohner sind im Dezember 2013 eingezogen. Aber bis dahin war es ein langer Weg.


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Rote oder grüne Fassade?

Wiebke Otten und Kati Majoros gehören zur Baugruppe Moabit. Welche Konflikte birgt solch ein gemeinsames Wohnbauprojekt? Und welche Vorteile hat es für sie?

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Alleine oder mit anderen zusammen, in Altbauten oder im Plattenbau, auf viel oder wenig Platz. Wir haben fünf Wohnungen besucht und die Mieter gefragt: Was lieben Sie an Ihrem Zuhause? Was müsste anders sein?  

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Die 10er-WG bewohnt zehn Zimmer auf rund 400 Quadratmetern im Dachgeschoss einer ehemaligen Feuerwache. Jeder Mitbewohner bezahlt einzeln für sein möbliertes Zimmer - je nach Größe zwischen 240 und 400 Euro. Heizung, Strom und Wasser sind inklusive.

Wie lange wohnt ihr schon hier?
Bobby und Victoria sind am längsten hier. Sie sind vor drei Jahren eingezogen, als die Feuerwache zum Wohnhaus umgebaut wurde. Unser Neuzugang ist Zora: Sie wohnt seit einem Monat bei uns.


Was liebt ihr an eurer Wohnung?
Dass sie so riesig ist und wir so viele Mitbewohner haben!


Was müsste anders sein?
Wir wohnen direkt unterm Dach, da wird es im Sommer ganz schön heiß.


Bleibt ihr auf Dauer oder beginnt bald wieder die Suche?
Das ist für jeden von uns unterschiedlich. Außer Bobby bleibt wohl keiner für immer.











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36 Quadratmeter groß ist Steffens Ein-Zimmer-Reich. Es liegt im 3. Stock eines Hinterhauses. Dafür bezahlt er 340 Euro Kaltmiete.

Wie lange wohnst Du schon hier?
Seit zwei Wochen
.

Was liebst Du an Deiner Wohnung?
Den ruhigen, grünen Innenhof. Nachts fliegen Fledermäuse an meinem Fenster vorbei.


Was müsste anders sein?
Mir fehlt der Balkon, aber sonst bin ich zufrieden. Es ist bereits die vierte Wohnung für mich in vier Jahren Berlin. Von Umzug zu Umzug bin ich kompromissbereiter geworden.


Bleibst Du auf Dauer oder beginnt bald wieder die Suche?
Ich denke, dass ich hier höchstens ein oder zwei Jahre wohnen werde. Dann kehre ich Berlin den Rücken – woanders sind die Jobperspektiven einfach besser.







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514 Euro kalt zahlen Alexandra und Martin für ihre Zwei-Zimmer-Wohnung. Sie ist 65 Quadratmeter groß und liegt im 4. Stock eines 70er-Jahre-Baus.

Wie lange wohnt ihr schon hier?
Anderthalb Jahre
.

Was liebt ihr an eurer Wohnung?
Den großen Balkon, die ruhige Lage und dass wir viel Abstellfläche haben.


Was müsste anders sein?
Wir würden lieber in einem Altbau wohnen. Außerdem könnte die Heizung besser funktionieren und der Briefkasten müsste größer sein.


Bleibt ihr auf Dauer oder beginnt bald wieder die Suche?
In fünf Jahren werden wir wahrscheinlich nicht mehr hier wohnen. Wenn wir mal Kinder haben, wird uns die Wohnung einfach zu klein.









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Drei Zimmer auf 84 Quadratmetern teilt sich Familie Meyer-Dörfel. Die Hinterhaus-Wohnung im 3. Stock kostet 670 Euro kalt.

Wie lange wohnt ihr schon hier?
Sieben Jahre. Wir sind eingezogen, kurz bevor Jonathan geboren wurde.


Was liebt ihr an eurer Wohnung?
Viel Tageslicht, nachts ist es schön ruhig. Weil wir schon so lange in Prenzlauer Berg wohnen, sind wir vertraut mit allem. Man kennt sich hier. Und Jonathans Schule und Malins Kita liegen ganz in der Nähe.


Was müsste anders sein?
Die Fußböden sind leider sehr hellhörig. Über uns wohnt auch eine Familie mit Kind und das Getrampel ist ziemlich anstrengend.


Bleibt ihr auf Dauer oder beginnt bald wieder die Suche?
Eigentlich suchen wir schon nach einer anderen Wohnung, seit wir hier eingezogen sind. Wir hätten gern ein Zimmer mehr. Aber eine Vier-Zimmer-Wohnung ist hier kaum noch bezahlbar.









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Ihre 70 Quadratmeter muss sich Regina Ehlert nur mit Hündin Momo teilen. Für die Zwei-Zimmer-Wohnung im 7. Stock eines Wohnblocks zahlt sie 345 Euro kalt.

Wie lange wohnen Sie schon hier?
Seit zehn Jahren. Damals starb mein Mann und ich wollte nicht mehr in der Wohnung bleiben. Ich bin aber nur ein paar Blöcke weiter gezogen, weil mir Marzahn so gut gefällt.


Was lieben Sie an Ihrer Wohnung?
Die geräumige Wohnküche und dass wir es so grün haben. Hier habe ich viel Platz, um mit Momo spazieren zu gehen.


Was müsste anders sein?
Zu DDR-Zeiten war die Umgebung besser gepflegt. Jetzt liegt Müll in den Grünanlagen und die ehemalige Kaufhalle steht schon seit Jahren leer.


Bleiben Sie auf Dauer oder beginnt bald wieder die Suche?
Ich bleibe in meiner Wohnung – auf jeden Fall. Solange ich lebe, tue ich mir keinen Umzug mehr an.










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Drob Dynamic: Wir alle sind es leid!

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Viele Berliner haben es satt: Steigende Wohnkosten sind kein Luxusproblem, sagen sie. Die Gentrifizierung von Vierteln mit ehemals günstigen Mieten verdrängt langjährige Bewohner an den Stadtrand. Nachbarn schließen sich zusammen, um gemeinsam zu demonstrieren. Kreative verarbeiten ihre Wut in Songs und Theaterstücken. Aktive Mieter fordern den Berliner Senat zum Handeln auf.

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"Keine Rendite mit der Miete"

Die Filmemacher Matthias Coers und Gertrud Schulte-Westenberg haben Proteste gegen Mieterhöhungen mit der Kamera begleitet. Wir zeigen Ausschnitte aus ihrer Dokumentation "Mietrebellen".

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Persönlich betroffen: Die Idee zum Dokumentarfilm "Mietrebellen" kam Matthias Coers, nachdem in seinem Wohnhaus die Mieten drastisch angehoben werden sollten.

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"Berlin würde sein Herz verlieren"

Ulrike Hamann gehört zu den Gründern der Mietergemeinschaft "Kotti und Co". Sie fordert, dass die Kaltmiete in Sozialwohnungen nicht mehr als vier Euro beträgt.

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Der Song zum Junipark

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Das Kunstprojekt "Junipark" am Tempelhofer Feld umfasste Performances, Diskussionen und Theaterstücke. Im Juni verwandelten Künstler und Jugendliche einen Monat lang eine Brache in einen Ort der Debatte. Es ging um steigende Mieten, Zukunftsangst - aber auch um Ideen, wie Berlin ein Wohnort für alle bleiben kann.








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Selbst junge Berliner bewegt das Thema Wohnen.
Das hatte Barbara Meyer, Leiterin des
Jugendkunsthauses "Schlesische 27", bei ihrer
Arbeit erfahren - und deshalb den "Junipark" ins
Leben gerufen.

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Das Konzept des "Juniparks" basiert auf der "Wohnwut"-Umfrage, für die im vergangenen Jahr 350 junge Berliner interviewt wurden. Zwanzig Gespräche hat Anna geführt. Eines davon hat sie besonders berührt.

Mehr zur "Wohnwut"-Umfrage

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"Nun ist alles platt saniert"

Ruiniert nach nur einem Bier - das ist heute Prenzlauer Berg. In ihrem Lied "G-Wort" rechnet Sängerin Viviane mit der Gentrifizierung ab.

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Früher hat man mit unkonventionellem Wohnen in Berlin die Hausbesetzer-Szene verbunden. Heute gibt es kaum noch Leerstand, es fehlen Flächen für neue Wohnungen. Einige Berliner nutzen aber Räume, die für gewöhnliche Wohnungen nicht zur Verfügung stehen - wie eine verlassene Schule oder eine freie Brache. Wir haben Berliner getroffen, die anders wohnen.

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Vor 23 Jahren hat Zosch das Wagendorf Lohmühle mit aufgebaut. Er wohnt mittlerweile in seinem dritten Wagen: Statt 20 reichen ihm nun 6 Quadratmeter.

Sein Engagement für die Lohmühle ist eigentlich ein Vollzeitjob, er arbeitet aber auch noch für verschiedene Sozialbündnisse. Abends liest er gern in seinem Wagen - im Kerzenschein, denn Strom gibt es nicht.




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Als Hauswächter lebt William Oltmanns im ehemaligen College Voltaire in Waidmannslust.

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Von April bis zur Räumung im September wohnte Candy in der Cuvrybrache in Kreuzberg. Das als "Berliner Favela" bezeichnete Gelände war eine der letzten Freiflächen an der Spree. Candy ist 44, hat Indische Kunstgeschichte und Politik Südostasiens studiert. Sein Reich auf etwa 13 Quadratmetern hatte er alleine gebaut.




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Nach zweieinhalb Jahren WG wohnt Johannes Dallendörfer wieder zu Hause: in einem Vier-Zimmer-Altbau in Neukölln. Seine alte Wohnung war nur ein paar Straßen weit weg. Dort schimmelte es, die WG löst sich vielleicht auf. Mit 25 ist Johannes nun zurück in sein Kinderzimmer gezogen.



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Die Berliner Mischung - das Zusammenleben verschiedener sozialer Schichten in einem Kiez - macht Berlins besondere Atmosphäre aus. Davon ist Stadtplanerin Cordelia Polinna überzeugt. Damit das so bleibt, müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Wohnraum muss bezahlbar bleiben. Auch innerhalb des S-Bahn-Rings. Und zwar für alle. 

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"Berliner werden nicht mehr so oft umziehen"

Mehr Interessenten bei immer weniger Wohnungen: Stadtplanerin Cordelia Polinna denkt, dass Berliner sich zukünftig permanent um ihre Wohnsituation kümmern müssen.

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Die Mieten in Berlin steigen. Doch im Vergleich zu anderen großen deutschen Städten wohnen Berliner noch immer günstiger.

Mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 13,67 Euro müssen Münchner am meisten zahlen. In Berlin ist die Kaltmiete etwa halb so hoch. Im Gegensatz dazu verfügen Berliner aber auch nur über 69 Prozent der Kaufkraft von München.

Die Durchschnittsmiete täuscht zudem darüber hinweg, dass es in Berlins Innenstadt wesentlich teurer geworden ist. Die Kaltmiete beträgt hier mittlerweile 9,95 Euro/m² und ist damit höher als in Köln.

Quelle: Berliner Wohnmarkt-Report 2014

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"Berlins Innenstadt ist abgegrast"

Berlins Trendbezirk - in den 90er Jahren war das der Prenzlauer Berg, später Kreuzberg und Friedrichshain, heute ist es Neukölln. Welcher Kiez wird das nächste große Ding?

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Die einen können es sich leisten, nach dem perfekten Südbalkon zu suchen. Die anderen müssen den Kiez verlassen, in dem sie seit Jahrzehnten leben.

Steigende Mieten: Luxusproblem oder Existenzbedrohung? Das ist eine Frage der Perspektive - und des Geldes.

Sicher ist nur: Berlin wird sich verändern.
Und das betrifft alle.

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