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Wettstreit in Stein und Beton

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Bis zum Fall der Mauer ist das geteilte Berlin ein Schlachtfeld zweier Machtblöcke und politischer Systeme. Eine besondere Art der Konfrontation spielt sich in der Architektur und Stadtplanung ab. Ein Wettkampf der Bauten. Jeder versuchte den anderen zu übertrumpfen: Seht her, wir sind die Besten!

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Der Krieg ist vorbei, Berlin ist kaputt und aufgeteilt. Ein Ostsektor, den die Russen verwalten und drei Westsektoren, die den Amerikanern, Franzosen und Engländern unterstehen. Für die Berliner ist es eine jämmerliche Zeit. Mit knurrendem Magen schieben sie den Schutt beiseite. Gleichzeitig gibt es auch große Pläne und Erwartungen: vor allem bei Stadtplanern und Architekten. Eine kaputte Stadt bedeutet für sie viel Freiheit.

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Blick nach Moskau

Gabi Dolff-Bonekämper - Architekturhistorikerin

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Der Architekt Hans Scharoun legt 1946 einen Plan für Gesamt-Berlin vor. Seine Idee: Ein Netz von Schnellstraßen. Dazwischen einzelne Siedlungen. Fein, klein, durchgrünt - mit Geschäften, Schulen und Krankenhäusern. Scharoun will mit seinem Plan nicht nur die Stadt, sondern auch die Gesellschaft neu erfinden. Das heißt vor allem: weg von der Architektur der Nationalsozialisten. Keine Zentralität, keine Monumente. Leider spielt er mit dieser kleinteiligen Bebauung die falsche Karte aus. Die DDR schaut lieber nach Moskau und setzt auf Prunk.

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Im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain baut die DDR von 1951 bis 1957 Paläste für Arbeiter. Ein leicht überzuckerter Stil mit Säulen, Gesimsen, Ziergiebel und Balustraden. Die Architektur sollte das Etikett einer nationalen Tradition haben. Klar erkennbar: die Anlehnung an die Sowjetunion.
West-Berlin hat dieser Prachtmeile architektonisch zunächst nichts entgegenzusetzen.

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Architekten über den Aufbau am Zoo

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Der Westen profitiert währenddessen von der Freiheit für Investoren und den Mitteln für den Wiederaufbau aus dem amerikanischen Marschallplan. Rund um den Bahnhof Zoo entstehen Geschäfte, Kinos und Cafés. Optisch rückt West-Berlin dem großen Vorbild Amerika ein wenig näher.

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1957 wird West-Berlin überrannt. Prallgefüllte Busse, Warteschlangen, Leute schweben mit einer Drahtseilbahn durch die Luft. Und was ist zu sehen? Häuser, viele Häuser.
Eine Internationale Bauausstellung bringt 1957 als Antwort auf die Stalinallee das Hansaviertel hervor. Mit etwas Verzögerung trumpft nun also auch auch West-Berlin im Wohnungsbau auf. Die westlichen Architekten lockern die Bebauung auf. Der Einheit und dem Prunk des Ostens setzen sie Vielfalt und Individualität entgegen.

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GABI DOLFF-BONEKÄMPER

Architekturhistorikerin

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1960 vollzieht Ost-Berlin eine radikale Wende. Nach Stalins Tod ist der repräsentative Prunk nun passé. Der neue Stil: praktisch und funktional. Statt Blockbebauung entstehen jetzt freistehende Wohnblöcke mit Grünflächen dazwischen und Geschäften davor. Wie das Café Moskau. Auf dem Dach erinnert hier ein Modell des Sputniks stolz an den ersten Satelliten im All.
Die neue Architektur ist auch ein Zeichen an den Westen: Wir können auch so wie ihr. 1965 antwortet dann West-Berlin und bringt etwas Neues ins Spiel.

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PETER LOELLHOEFFEL

seit 1973 Taxifahrer in Westberlin

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Das alles überragende Europacenter hat eine klare Botschaft an den Osten: Wir sind oben, ihr seid unten. Allerdings ist das Center von Ost-Berlin aus kaum zu sehen. Das ändert sich dann ein Jahr später, als das Hochhaus des Verlegers Axel Springer eingeweiht wird. Wie ein Bollwerk des Antikommunismus ragt es weit sichtbar über die Mauer nach oben.

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Wolfgang Kil

Architekturkritiker und Publizist

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Die Antwort Ost-Berlins lässt nicht lange auf sich warten: Der Alexanderplatz verwandelt sich in eine einzige Großbaustelle. Was im Weg steht, wird weggesprengt und abtransportiert. Zwischen all dem Getose ensteht auch
ein neues Objekt. Es es sieht zuerst aus wie ein Kamin - rund und fensterlos.

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CHRISTIAN KOTSCH seit 1964 Taxifahrer in Ostberlin /
PETER LOELLHOEFFEL seit 1973 Taxifahrer in Westberlin

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Die Lösung auf beiden Seiten der Mauer: Großsiedlungen. Den Anfang macht West-Berlin 1962 mit der Gropiusstadt. Durch den Namen des großen Architekten Walter Gropius erhofft sich der Westen einen gewissen Glanz. Doch nach dem Bau der Mauer werden die Planungen verändert und die Wohndichte erhöht. Gropius distanziert sich von der Siedlung. 1977 startet dann auch die DDR mit dem Großsiedlungsbau. Mit ihrer perfektionierten industriellen Bauweise enstehen über 100.000 Wohnungen in Marzahn-Hellersdorf: Deutschlands größtes zusammenhängendes Neubaugebiet.
(Wenn Sie in der Seitenleiste "Text ausblenden" wählen, können Sie die beiden Siedlungen im Foto vergleichen.)

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Bewohner der Großbausiedlungen

Herr Maike aus Gropiusstadt /
Inge Gustavus aus Mahrzahn

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Letzter Akt: die 750-Jahr-Feier Berlins 1987. Ost- und West-Berlin werfen sich noch einmal ins Rennen. Das Motto auf beiden Seiten: die Wiederentdeckung der historisch gewachsenen Stadt. Die DDR lässt das älteste Viertel Berlins neu entstehen. Stein auf Stein und zugleich mit einer auf alt gemachten Plattenbauweise wird das Nikolaiviertel rekonstruiert.

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WOLFGANG KIL

Architekturkritiker und Publizist

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Um den Grenzübergang Checkpoint Charlie herum konkurrieren Ost und West zur 750-Jahr-Feier in unmittelbarer Nähe. Der Westen engagiert ein renommiertes Architektenbüro aus Rotterdam. Die Aufgabe: Grenzkontrollstellen für die US-Armee designen. Der Osten wiederum baut am Gendarmenmarkt ein luxuriöses Vier-Sterne-Hotel. Es soll die DDR mit Devisen versorgen. Aber dazu kommt es nicht mehr. Denn 1989 fällt die Mauer und plötzlich ist alles eins.
Der Wettkampf ist vorbei.

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Das Hörfunk-Feature können Sie hier anhören.

Die TV-Dokumentation läuft am 20.10.2015 um 21 Uhr im rbb.

Credits

Hörfunk-Feature:

Buch und Regie: Reinhard Schneider
Redaktion: Gabriela Hermer

TV-Dokumentation:
Buch und Regie: Reinhard Schneider
Redaktion: Rolf Bergmann

Webdoku:
Isabel Hummel



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Kapitel 1 Alles liegt in Trümmern

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Scharounplan
Kapitel 2 Ost Prunk vs. West Moderne

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Cafekranzler

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Kapitel 3 Wer hat den höchsten?

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Kapitel 4 Gleiche Probleme

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