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Werner Gladow - der Al Capone vom Alex

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Vom Metzgerssohn zum Bandenchef - wie Werner Gladow das Nachkriegsberlin in Atem hielt.
Ein historischer Tatort - am 09.11. um 22.15 Uhr im rbb.

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Die Stadt ist zerstört, die Väter gefallen oder in Gefangenschaft, die Jugendlichen auf sich alleine gestellt. Oft müssen sie dafür sorgen, dass in der Familie etwas zum Essen auf den Tisch kommt. Viele klauen, sind auf Schwarzmärkten unterwegs.
Die Jugendämter und Gerichte sprechen von zunehmender Verwahrlosung, die Sektorenpolizei klagt über die ständig wachsende Zahl der Diebstähle und Raubüberfälle. Vor allem am Alexanderplatz treffen sich die Jugendlichen und gründen Banden.
Unter ihnen auch Werner Gladow.

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Der Metzgerssohn aus Friedrichshain treibt sich auf den Schwarzmärkten zwischen Potsdamer Platz, Alexanderplatz und Bahnhof Zoo herum. Er ist charmant und redegewandt. Schnell wird er zum „Kipperkönig“ vom Alex - er kann die Zigarettenverkäufer am besten über's Ohr hauen. Doch Werner Gladow will mehr.
Zusammen mit seinem Freund Werner Papke überrumpelt er Volkspolizisten und klaut ihre Waffen. Das Ziel: eine eigene Bande gründen - die Gladow-Bande.

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Werner Gladow ist süchtig nach Gangster-Geschichten. Er liest alles, was er über die Gangs in Amerika finden kann. Sein Lieblingsbuch ist “Ein Mensch wird Verbrecher”, die Biografie von Al Capone. Er wird sein großes Vorbild - auch optisch.

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Der Dresscode schweißt die Bande zusammen und gibt ihr eine Art von Glamour. Mit seinem Charisma zieht Werner Gladow immer mehr Mitglieder an. Er gibt ihnen das Gefühl, zu einer richtigen Gang nach amerikanischem Vorbild zu gehören. Selbst Bandenmitglieder, die dreimal so alt sind wie er, himmeln ihn an. Und auch die Berliner Bevökerung verehrt die Gladow-Bande.

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Die geteilte Stadt macht es der Gladow-Bande leicht. Da die Polizei der einzelnen Sektoren nicht zusammenarbeitet, überquert die Bande nach einem Coup einfach die jeweilige Grenze zum anderen Sektor. So klauen sie Autos im Berliner Westen und fahren sie in den Ostsektor. Oder sie überfallen im sowjetischen Sektor eine Kneipe, nehmen den Gästen Papiere und Wertsachen ab. Danach machen sie sich wieder auf in den Westen.

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Werner Gladows Ziel: seine Bande soll die größte Verbrecherorganisation Berlins werden. Dafür geht er immer aggressiver vor. Um Informationen von einem Kaufman zu bekommen, hält die Bande Feuer unter dessen Fußsohlen. Und im April 1949 geschieht dann der erste Mord. Die Bande überfällt ein Juweliergeschäft und Werner Gladow erschießt den Juwelier, der ihn auf der Straße verfolgt. Viele Passanten werden Zeugen der Tat und in der Bevölkerung kippt die Stimmung: Das ist keine Bande mehr, über die man sich gerne amüsiert.

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Selbst nach dem Mord - die Polizei hat immer noch keine richtige Spur. Die Zeugen widersprechen sich, die Überfälle werden immer mehr. Es sind so viele, dass sich Ost- und West-Polizei gezwungen sehen doch zusammenzuarbeiten.
Schließlich erhalten sie einen Tipp ...

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Die Polizisten überraschen Werner Gladow zuhause bei seiner Familie. Er liegt noch im Bett, seine Familie hilft ihm sich zu verteidigen. Die Mutter hält die Hose von hinten fest, damit Werner Gladow mit beiden Händen schießen kann.
Nach einem Streifschuß kann die Polizei dann Gladow überwältigen. Auch fast alle anderen Mitglieder der Bande werden kurze Zeit später festgenommen.

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Aus allen Bezirken, aus allen Sektoren strömen die Berliner zum Prozessauftakt im März 1950. Jeder will den "Al Capone vom Alexanderplatz" live erleben. Nummerierte Karten werden vergeben und auf dem Schwarzmarkt zu Höchstpreisen verkauft. Vor Gericht werden der Gladow-Bande 127 schwere Verbrechen zur Last gelegt. Darunter zwei Morde, fünfzehn Mordversuche, neunzehn Raubüberfälle und zehn schwere Diebstähle. Für Werner Gladow lautet die Forderung der Staatsanwaltschaft: dreimalige Todesstrafe.

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Die Verteidigung bemüht sich, für Werner Gladow das Jugendstrafrecht heranzuziehen. Das hätte zehn Jahre Gefängnis bedeutet. Gutachter bescheinigen dem inzwischen fast 19jährigen Werner Gladow, in der Pubertät steckengeblieben zu sein. Doch trotz aller Gutachten: Das Schwurgericht folgt dem Antrag des Staatsanwaltes und verurteilt Werner Gladow sowie zwei seiner Komplizen zum Tode.
Am 10. November 1950 stirbt Werner Gladow in Frankfurt (Oder) unter dem Fallbeil.

Tatort Berlin - Werner G. - Der Kopf der Gladowbande - am 09.11. um 22.15 im rbb

Lust auf mehr Infos? Scrollen Sie weiter zum Porträt von Werner Papke - Mitglied der Gladow-Bande.

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Portrait Werner Papke

Ehemaliges Mitglied der Gladow-Bande

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