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Kapitel 1 - Wo Dahlemer und Flüchtlinge im Alltag aufeinandertreffen

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Dienstag, 27. Juli 2016

In Berlin haben bereits die Sommerferien begonnen. Und ich bin ein letztes Mal, bevor ich selbst in Urlaub gehe, in der Notunterkunft Thielallee.

Wie lautet nach einem Jahr das Fazit der Ehrenamtlichen? Das möchte ich von Heike Hercher (hier im Bild mit Silva, Omar und Dunja, von links) und ihren Mitstreiterinnen, die sich in der Thielallee engagieren, erfahren.

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Dienstag, 26. Juli 2016

"Am schönsten ist für mich zu sehen, dass die Kinder inzwischen richtig gut miteinander spielen."

Das stellt Heike Hercher (zweite von links) fest. "Es gibt kaum mehr Unterschiede zu deutschen Kindern. Jetzt können  die Kinder hier auch was mit den Spielsachen anfangen, die sie haben. Am Anfang ging das gar nicht, da waren sie noch zu unruhig."





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Dienstag, 26. Juli 2016

"Ich weiß, wie sich die Kleinen fühlen."

Tamta (in der Mitte) kommt aus Georgien und ist selbst vor fünf Jahren nach Deutschland geflohen. "Am Anfang konnte ich mich nur mit Händen und Füßen verständigen. Da habe ich viel mit Bewegung gemacht, weil die Kinder so unruhig waren. Jetzt kann ich mit manchen schon richtig in die Vorschularbeit einsteigen. Das macht Spaß."


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Dienstag, 27. Juli 2016

"Ich ziehe mich aus der Thielallee nun etwas zurück."

Marianne Simon aus Lichterfelde-West will sich in Zukunft wieder mehr ihrer eigentlichen Aufgabe bei der Bürgerstiftung Berlin widmen: dem Physik-Projekt für Kinder.

Am meisten hat sie der Fortschritt der Kinder beeindruckt. "Sie können sich so gut verständigen!" Heute kann Simon mit gutem Gewissen "loslassen", denn sie findet, dass sich die Hilfs-Strukturen in der Notunterkunft verbessert haben und genügend Hilfsangebote für die Menschen da sind.

"Wenn Not am Mann ist, stehe ich aber jederzeit zur Verfügung", stellt sie lachend klar.


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Dienstag, 26. Juli 2016

Dunja (7) kommt aus Afghanistan und Silva (8) aus Syrien. Beide gehen eigentlich schon zur Schule. Aber weil gerade Ferien sind, nutzen sie den hauseigenen Kindergarten von Sanctum Homes in der Thielallee zum Spielen.

Hier hat sich im vergangenen Jahr eine Menge getan. Der Raum ist viel freundlicher geworden. Man merkt, dass hier Kinder leben und das ist schön!


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Dienstag, 7. Juni 2016

"Wir müssen uns noch mehr einfallen lassen, um die Kinder hier abzulenken. Sie brauchen ständig neue Anregungen."

Die ehrenamtliche Helferin Heike Scheffler stellt fest, dass sich manche Kinder mehr Abwechslung bei den Spielangeboten wünschen. "Zum Beispiel die Physikexperimente, die wir mit den Kindern durchführen, sind ja an sich eine Supersache", sagt sie. "Aber wir müssen uns auch wieder was Neues einfallen lassen, sonst verlieren die Kinder das Interesse."

Die Versorgung der Geflüchteten in der Thielallee findet Scheffler im großen und ganzen gut - mit manchen Einschränkungen. Welchen, erklärt sie hier.

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Freitag, 15. April 2016

"Am Standort Thielallee soll ein Zentrum für Integration entstehen."

Die Pläne dazu stellte gestern Sozialsenator Mario Czaja (CDU) Anwohnern vor.

Auf dem Gelände des ehemaligen Bundesamtes für Risikobewertung soll ein Zentrum für Flüchtlinge zur Integration entstehen mit Platz für bis zu 1.000 Menschen, wo die Geflüchteten alles aus einer Hand vorfinden: Erstaufnahmelager, Notunterkunft, Einrichtungen zur Sprachförderung und Berufsbildung bis hin kleinen Wohnungen für die, deren Aufenthaltsstatus geklärt ist.

Die Meinungen zu diesen Plänen gehen bei den Anwohnern weit auseinander.

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Freitag, 15. April 2016

"Ich lasse meine pubertierenden Töchter nicht mehr alleine raus!"

VERSUS


"Natürlich schafft dieser Bezirk das, wo ist das Problem?"

Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die Diskussion unter den Anwohnern hinsichtlich des geplanten "Zentrums für Integration" am Standort Thielallee.

Dass der Ton am Abend trotz der Emotionen, die mit dem Thema verbunden sind, weitgehend sachlich blieb, hat mich als Beobachterin gefreut.

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Dienstag, 1. März

"Wer sich eine Mitgliedschaft im Fitness-Studio leisten kann, der ist auch schneller integriert."

Maxi Fleischmann koordiniert Deutschkuse für Flüchtlinge an der Business Trends Academy in Wilmersdorf. Zu den Integrationschancen ihrer Kursteilnehmer sagt sie: "Es liegt - wie so oft - auch am Geld. Wer sich eine Mitgliedschaft im Fitness-Studio leisten kann, hat schneller deutsche Freunde."

Schwer ist für viele aber auch, dass sie nicht wissen, wie es nach dem Deutschkurs für sie in Deutschland weitergeht. Mitte März ist der Kurs zu Ende.

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Montag, 29. Februar

"Ahmed übernehmen wir sofort!"

Das sagt die Heimleiterin Sabine Böhringer über den 29-jährigen Ahmed aus Aleppo. Er lebt seit Mitte September in der Einrichtung in der Thielallee und macht inzwischen ein Praktikum im Haus.

Da Ahmed gut Englisch spricht, kann er Dolmetschen, andere Geflüchtete zu Behörden oder zum Arzt begleiten. 250 Euro im Monat verdient er sich so dazu. Für Böhringer ist Ahmed ein Glücksfall.


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Freitag, 26. Februar

Dr. Michèle Pauthe ist Französin.  Die pensionierte Professorin für französische Literatur hilft nachmittags regelmäßig den Schulkindern aus der Thielallee bei den Hausaufgaben.

Hier ist sie mit Sina (Mitte, 10), Arshia (rechts, 13) und Milad (links, 14) zu sehen. Die Jungs kommen aus Afghanistan, Iran und Irak. Ich kann die Kinder in ein Gespräch verwickeln und stelle fest: Sie verstehen alles, was ich sie über ihre Schule und die Lehrer frage. Schön!


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Donnerstag, 25. Februar
Im Foyer von Sanctum Homes, Thielallee 88

Omar Oumyrat kommt aus dem Libanon und lebt seit 1980 in Berlin. Er war selbst Kriegsflüchtling. Seit November 2015 ist er als Sozialarbeiter für Sanctum Homes in der Thielallee tätig.

Integration fängt für ihn im Kleinen an: Da, wo jeder mitmachen kann. Einfach mit gutem Beispiel vorangehen, das ist seine Devise. "Wenn die Menschen hier sehen, dass ich z.B. selber auch Müll aufsammele, dann machen sie eher mit."

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Donnerstag, 18. Februar 2016

"Wir müssen alle etwas anbieten zur Integration."

Oliver Hartwich leitet den Abschnitt 45 bei der Berliner Polizei. In seinen Bereich fällt somit auch die Notunterkunft in der Thielallee. "Gemessen an der Zahl von Flüchtlingen im Kiez, ist es sehr ruhig hier", sagt er.

"Das liegt vor allem daran, dass alle Beteiligten so gut mit uns zusammenarbeiten: die betroffenen Behörden, der Betreiber der Unterkunft, die Ehrenamtlichen und die Anwohner.

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Mittwoch, 17. Februar

"Jetzt können wir auch in die Schulen mehr reingehen und in anderen Unterkünften unser Bilderbuchkino bekannt machen."

Natascha Salehi-Shahnian hat viel geschafft in den vergangenen fünf Monaten. Für die Bürgerstiftung Berlin hat sie mit den Ehrenamtlichen das sogenannte Bilderbuchkino in der Thielallee aufgebaut. Dort können die Kinder aus dem Flüchtlingsheim, die noch nicht zur Schule gehen, vormittags spielerisch Deutsch lernen. Mit dem Zugang zu Bildung fängt für Salehi-Shahnian die Integration der Menschen an.

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Dienstag, 16. Februar 2016

"Wir müssen unsere Werte vermitteln."

Das sagt Marianne Simon, die für die Bürgerstiftung Berlin regelmäßig in der Notunterkunft Thielallee tätig ist. Ein großes Anliegen sind ihr die Mädchen und die Frauen in der Einrichtung. Sie brauchen am meisten Unterstützung, sagt Simon.
Wenn Simon als Ehrenamtliche in das Heim kommt, achtet sie zum Beispiel darauf, dass keines der Mädchen beim Spielen ausgegrenzt wird. Ob das denn vorkommt? - "Ja", sagt sie. "Manchmal."

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Montag, 22. Februar 2016

"Es gibt Jungs, die Mädchen nicht anfassen."

Heike Schröder unterrichtet in einer Willkommensklasse für Flüchtlinge in Zehlendorf. Sie gibt zu, manchmal nicht zu wissen, wie sie als Lehrerin am besten vorgehen soll. Zum Beispiel, wenn die Jungs die Mädchen im Stuhlkreis nicht an den Händen fassen möchten. Soll sie gleich einschreiten? Klar machen, wie das bei uns läuft? Oder lieber abwarten?

Wie soll die Integration im Großen gelingen, wenn sie schon im kleinen, bei den Jüngsten, so schwierig ist?


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Freitag, 15. April 2016

"Die grüne Liste ist vom Tisch!"

Das sagte heute Abend Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) auf einer Anwohnerversammlung in der Mühlenau-Grundschule. Er spielte damit auf die von der Finanzverwaltung verschickte Liste mit 19 Grünflächen an, die der Bezirk prüfen soll hinsichtlich modularer Bauten für Flüchtlinge. Der Vorschlag hatte viel Unruhe im Kiez ausgelöst.

Der eigentliche Grund für seinen Besuch war jedoch eine Info-Veranstaltung für Anwohner zum Standort Thielallee. Wie soll es dort mit der Unterbringung von Flüchtlingen weitergehen?  Das war das Thema.

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Dienstag, 5. April 2016

"Ich finde es wichtig, Flüchtlingen zu helfen. Aber die Parks sind ein wichtiger Ort für die Integration."

Die junge Mutter, die das sagt, regt sich über die Liste mit den 19 Grünflächen auf, die viele Anwohner zunächst für einen Aprilscherz hielten.

Es geht um die Frage, auf welchen Grünflächen weitere mobile Wohneinheiten für Flüchtlinge gebaut werden könnten. "Totaler Quatsch, die Parks dafür zu nehmen", sagt die junge Frau. Und was sagen die anderen?

Klicken Sie in der nächsten Folie die weißen Kreise an, um mehr zu erfahren.

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Dienstag, 5. April 2016

"Wenn Sie uns jetzt die Parks wegnehmen, ist das ganz schlecht für die Integration."

Das sagt eine Anwohnerin über die Idee, auf Steglitz-Zehlendorfs Grünflächen (wie hier im Thielpark) temporäre Bauten für Flüchtlinge hinzustellen.
Der Hintergrund: im Gegensatz zu anderen Bezirken hat Steglitz-Zehlendorf dem Senat noch nicht genügend ungenutzte Grünflächen dafür genannt. Die geplanten Wohnconatiner sollen aber möglichst gerecht über ganz Berlin verteilt werden.

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Montag, 4. April 2016

Auf der Liste mit insgesamt 19 Grünflächen, die aus der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen stammt, stehen auch ganz kleine Parkanlagen wie der Triestpark - nicht viel mehr als eine kleine Wiese mit Ententeich.
Der Senatssprecher Jens Metzger betont allerdings, dass es sich bei der Liste nur um Vorschläge handelt. "Wenn der Bezirk bessere Ideen für Wohnconatiner hat, her damit!"
Diesen Freitag treffen sich Vertreter von Senat und Bezirk ein zweites Mal, um sich zu einigen - hoffentlich.

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Mittwoch, 2. März 2016

"In Berlin gibt es so viele schöne Seen!"

Suleiman ist einer von den Schülern im Deutschkurs, der am schwächsten angefangen und der sich zum stärksten entwickelt hat.

Der junge Mann stammt aus Damaskus. Auf meine Frage, was er in seiner Freizeit am liebsten macht, geht ein Strahlen über sein Gesicht:
"Ich koche gern für meine Freunde!", sagt er.


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Dienstag, 1. März

Wieder zu Besuch im Deutschkurs der Business Trends Academy in Wilmersdorf. Der Kurs, den ich zuletzt im November besucht habe, endet nächste Woche.

Heute möchte ich sehen, was die Teilnehmer in der Zwischenzeit gelernt haben.

Die meisten im Kurs sind Syrer. Ich glaube, meine Handykamera schüchtert sie ein bisschen ein... "Normalerweise können alle schon ganz flüssig sprechen", sagt ihre Lehrerin Valentina.

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Dienstag, 1. März

"Die Kursteilnahme hat drastisch abgenommen."

Maxi Fleischmann, Koordinatorin von Deutschkursen für Flüchtlinge an der Business Trends Academy, ist frustriert.

Seit Jahresanfang kommen viele Geflüchtete nur noch sehr unregelmäßig zum Unterricht. "Es ist ein Teufelskreis", sagt sie. "Wer nicht kommt, verpasst was, wer Unterricht verpasst, verliert am Ende die Motivation." Welche Gründe genau dahinter stecken, weiß sie auch nicht. Lagesotermine? Überforderung?

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Dienstag, 1. März

Selbst Ahmed, der bislang hier der "Musterschüler" war, lässt sich im Deutschkurs nicht mehr blicken.

Ich verstehe das nicht. Das ist doch eine Chance?! Ich frage Ahmed nach den Gründen und bedauere sogleich meine Frage. Ich merke, wie peinlich sie ihm ist. "Ich habe im Moment einfach keine Kraft mehr", sagt er. "Ich mache mir solche Sorgen um meine Familie in Aleppo".

Wie er das sagt, klingt es für mich glaubhaft.

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Montag, 23. November 10.30 Uhr

"Ich unterrichte mit Liebe und Spaß."

Valentina Vittore (27) unterrichtet seit kurzem Deutsch als Fremdsprache in einem Deutschkurs für Flüchtlinge bei der Business Trends Academy in Berlin.

Sie ist Italienerin und hat durchaus einen Akzent, wenn sie Deutsch spricht. Aber sie besitzt eine unter Sprachlehrern seltene Qualifikation: die Alphabetisierung. Viele der Flüchtlinge können unsere Buchstaben weder lesen noch schreiben. Valentina weiß, wie man genau das am besten beibringt.


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BTA Academy in der Nestorstraße, Charlottenburg
Montag, 23. November 10 Uhr

Die Business Trends Academy bietet Weiterbildung an für Fach- und Führungskräfte. Ihre klassische Zielgruppe sind Akademiker. Inzwischen werden hier aber auch Flüchtlinge in Deutsch unterrichtet.
Die BTA ist ein von der Arbeitsagentur zertifzierter Bildungsträger und darf - vorerst bis Ende 2015 - Deutschkurse für Flüchtlinge anbieten. Normalerweise dürfen das nur vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassene Betriebe. Im Moment ist aber die Nachfrage nach Kursen so groß, dass die Vorschriften gelockert wurden.

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Montag, 23. November

"Wir machen die Kurse nur halbtags, damit die Flüchtlinge danach auf jeden Fall ihr Essen in ihrer Unterkunft zu sich nehmen können."

Maxi-Marlen Fleischmann (27) koordiniert beim Bildungsträger BTA speziell die Deutschkurse für Flüchtlinge. In jeden Kurs sitzen maximal 15 Teilnehmer.

Die BTA hat zwölf feste Mitarbeiter und viele Dozenten in freier Mitarbeit. Deren Zahl schwankt, in Abhängigkeit von der Kursgröße und Teilnehmerzahl.

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Business Trends Academy, Schulungsraum
Montag, 23. November 10.30 Uhr


Hier, in diesem Raum im 2. Stock der Weiterbildungsakademie BTA büffelt Ahmed seit rund zwei Wochen Deutsch - jeden Vormittag von 9 bis 12 Uhr.

"Ahmed ist unser Musterschüler, er ist einer unser Besten!",

sagt Maxi Fleischmann über den jungen Syrer. Frau Fleischmann organisiert an der Akademie die Kurse für die Flüchtlinge.

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Montag, 23. November

Ahmed ist in einem seinem Element. Er möchte mir zeigen, was er schon alles gelernt hat. Seine Aussprache ist noch etwas holprig, aber ich bin mir sicher: Das wird!

Etwas traurig ist Ahmed übrigens, weil er einfach zu wenig Deutsche kennt, sagt er, die Lust hätten mit ihm zu reden. Er würde so gerne das, was er Vormittags hier lernt, auch anwenden!

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Die meisten Teilnehmer des Kurses sind aus Afghanistan, dem Irak oder Syrien. Darunter sind Mediziner, selbständige, Ingenieure - aber auch ganz junge Menschen, die in Syrien z.b. gerade er st ihr Abitur gemacht oder eben erst angefangen haben zu studieren.
Solz auf das bereits Erlernte sind sie aber alle.

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Montag, 23. November 11 Uhr

Gruppenbild mit Dame!

Zum Abschluss darf ich noch ein Gruppenbild von den Teilnehmern machen.

Mitte Februar wird dieser Kurs sein vorläufiges Ende finden. Ich würde dann gerne noch mal wiederkommen, um zu sehen, wie viel Deutsch alle gelernt haben.
Koordinatorin Maxi-Marlen Fleischmann ist von "ihren" Teilnehmern jedenfalls schon heute begeistert. Ob das Bundesamt für Migration allerdings weitere Kurse genehmigt, ist im Moment noch offen.

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Dienstag, 26. April 2016

"Auf einmal rückt dir die Flüchtlingskrise ganz nah auf die Pelle."

Buchhändler Michael Schür hat die Kündigung erhalten. Er betreibt Unter den Eichen eine Spezialbuchhandlung  für englische Bücher in einer Ladenzeile, die zu einem Hotel gehört. Dieses Hotel hat nun den regulären Betrieb eingestellt und wird nur noch mit Flüchtlingen und Wohnungslosen belegt. Bitter für den 64-jährigen, denn seine frührere Kundschaft - viele internationale Gäste und Berlintouristen - sind weggebrochen. An seinem persönlichen Engagement für Flüchtlinge hat die Kündigung allerdings nichts geändert. Das imponiert mir.

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Samstag, 16. Januar 2016

"Ich habe Sorge, dass sich unsere Gesellschaft radikalisiert."
 
meint die Studentin Carmen Dege (34). Trotzdem glaubt sie, dass wir das schaffen können. Jetzt vielleicht noch eher als vorher. "Weil durch die Vorfälle zu Silvester in Köln etwas in Gang gekommen ist", sagt sie. "Etwas, das es vorher so nicht gab: eine echte Diskussion über Integration."

Um herauszufinden, wie die Zehlendorfer darüber denken, mache ich mich auf den Weg in die Argentinische Allee.

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Samstag, 16. Januar 2016

"Ich habe Sorgen, dass die Ängste und Bedenken der Menschen instrumentalisiert werden."

Verena Charlotte Ehrler ist radioBERLIN Hörerin und verfolgt von Anfang an mit großem Interesse die Berichterstattung rund um das Thema Flüchtlinge. Schon als Kind hat sie den Erzählungen ihrer Großmutter gelauscht, die selbst Flüchtling war und die zu Fuß aus Oberschlesien mit drei kleinen Kindern auf der Flucht war. Diese Erzählungen haben sie, die Enkelin, bis heute geprägt. Wie Verena Charlotte heute die Stimmung in ihrem Umfeld einschätzt? Hören Sie hier:

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Samstag, 16. Januar

"In meinem persönlichen Umfeld hat sich nichts verändert,"

sagt Thilo* (Name geändert). Der Student ist gerade mit seiner Freundin auf dem Weg ins Fitness-Studio an der Clayallee.
Ob sich für ihn persönlich etwas geändert hat, möchte ich wissen, nach den Anschlägen von Paris, Istanbul und nach den Vorkommnissen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten. Thilo schüttelt den Kopf. Eigentlich nicht. Aber er stellt dennoch fest:

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Sonntag, 17. Januar 2016

"Ich bin vielleicht etwas ängstlicher geworden. Aber das mag auch an meinem Alter liegen."

Rosel Maschke ist 80 und eine meiner direkten Nachbarinnen. Im Sommer hatte ich sie befragt, was sie zu den Flüchtlingen sagt. Damals hat sie sich vor allem um deren Versorgung Gedanken gemacht und warum sie so wenig Frauen auf der Straße sieht. Jetzt, sagt sie, ist sie vielleicht etwas vorsichtiger geworden. Aber ansonsten sei alles so wie immer.

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Montag, 18. Januar 2016

"Ich persönlich habe noch keine schlechten Erfahrungen gemacht."

Das sagt mir Ahmed (auf dem Foto in der Mitte), mein Bekannter aus der Notunterkunft Thielallee. Der 28-jährige Syrer bemüht sich, besonders hilfsbereit zu sein. Und er macht die Erfahrung: "Wenn ich freundlich auftrete, sind die Menschen auch freundlich zu mir."

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Freitag, 22. Januar 2016

"Ich kann nicht sagen, dass sich meine Stimmung gegenüber den Flüchtlingen geändert hat."

Ich treffe Kornelia Schröder bei ihr Zuhause an der Krummen Lanke. Kennengelernt haben wir uns beide in der Notunterkunft Thielallee, als wir die Veranstaltung zum Bilderbuchkino besucht haben. Als Ehrenamtliche hat sie bei Sanctum Homes, dem Betreiber der Thielallee, inzwischen allerdings das Handtuch geschmissen. Aus Frust. Es lief einfach nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatte.

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Donnerstag, 17. Dezember

Ich bin noch einmal in der Notunterkunft Thielallee. Je öfter ich hier bin, desto freundlicher werde ich empfangen. Hasna (in der Mitte, gelber Pullover) umarmt mich stürmisch, als sie mich sieht.

Warum ich hier bin, wollen sie wissen. Hasna, Ahmed, Hussein und ihre Freunde wollen unbedingt eine Grußbotschaft loswerden. An ALLE Deutschen, sagen sie. Weil wir sie in unser Land gelassen haben. Weil wir ihnen eine neue neue Chance geben.

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Notunterkunft Thielallee, Konferenzraum
Donnerstag, 17. Dezember


Laith, der junge Iraker, ist ein schüchterner Mensch. Es kostet ihn etwas Überwindung, sich von mir filmen zu lassen. Aber das, was er zu sagen hat, ist ihm so wichtig, dass er seine Scheu überwindet.

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Donnerstag, 17. Dezember

"Lieber Vater, ich grüße dich aus der Ferne. Du bist in Syrien und so weit weg. Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht.

Diese Botschaft von Ahmed soll ich unbedingt veröffentlichen. Sein Vater ist 80 Jahre alt und ob Ahmed ihn überhaupt noch einmal in seinem Leben sehen wird, ist unwahrscheinlich.
 
Ich kenne den jungen Syrer jetzt fast vier Monate. Ohne seine Übersetzungshilfe wäre ich oft aufgeschmissen gewesen. Wir sind so was wie Freunde geworden.

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Donnerstag, 17. Dezember 2015

"Bitte Tatiana, Sie müssen das senden! Alle Deutschen sollen wissen, wie froh wir alle hier sind, dass wir in Deutschland leben dürfen."

Hasna (43) möchte unbedingt, dass ich sie mit ihrem Mann und den Kindern filme. Sie ist glücklich heute. Ihre Grüße will sie auf Englisch loswerden. Auch wenn es etwas holprig ist, egal! Sie besteht darauf.

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Dienstag, 22. Dezember

Das sind Gandi, Samer und Najerwan. Alle drei kommen aus Syrien und haben ganz unterschiedlliche Vorstellungen von ihrem neuen Leben in Deutschland. Samer (30, in der Mitte) träumt davon, eine Frau zu finden und zu heiraten. Gandi (28, links) möchte endlich einmal eine richtige Schule besuchen. Er ist Kurde und hat zeit seines Lebens nichts anderes als Flucht kennengelernt. Najerwan (19, rechts) ist noch gar nicht richtig angekommen in Deutschland. Er vermisst seine Mutter und seine Geschwister.

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Vor dem Eingang Notunterkunft Thielallee
Dienstag, 22. Dezember

"Mein Wunsch war es schon immer, einmal in Deutschland zu leben."

Gandi ist willensstark. Bevor er auf meine Frage antwortet, möchte er von mir wissen, was "mit uns Syrern" passiert. Ob er abgeschoben wird? Sabine Böhringer von der Heimleitung schaltet sich ein : "Gandi, alles was du jetzt hier bei uns lernst, musst du später mit in deine Heimat nehmen, wenn du zurückgehst. Du kommst aus einem wunderbaren Land, Syrien. Das müsst ihr wieder aufbauen!"
Meine Frage nach Silvester kommt mir deplaziert vor. Ich stelle sie trotzdem. Was er sich wünscht zum neuen Jahr?

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Dienstag, 22. Dezember

Samer ist einer der wenigen Flüchtlinge aus der Thieallee, die völlig allein nach Deutschland geflohen sind.

"Ich möchte mich bei  allen Deutschen bedanken, die uns so gut aufgenommen haben."


Auch er fragt mich, wie denn die Deutschen Silvester feiern. Ich weiß gar nicht, was ich darauf antworten soll. Schließlich ist das so unterschiedlich. Ich schlage ihm vor, ans Brandenburger Tor zu gehen - zur großen Silvesterparty. Samer will es sich noch überlegen.

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Mittwoch, 23. Dezember

Vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr treffe ich Ahmed vor der dem Eingang der Notunterkunft. Er ist mir richtig ans Herz gewachsen, seit ich ich ihn kenne.

"Was ich mir für den letzen Tag des Jahres vornehme? Ich möchte alles vergessen: das Blutvergießen und den Krieg, das Töten und all die schlimmen Dinge, die in meiner Vergangenheit passiert sind, die möchte ich jetzt hinter mir lassen."

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Samstag, 26. Dezember

Sabine Böhringer (hier im Bild mit Azubine Tea aus Georgien) arbeitet für den Betreiber Sanctum Homes in der Notunterkunft Thieallee. Seit der Eröffnung Anfang September hat sie unermüdlich mit ihren Mitarbeitern geackert, um alles für die Flüchtlinge herzurichten.

"Wir haben viel geschafft, sagt sie. Und es wird noch besser werden."

Ich frage sie, wie es ihr heute geht. Mit welchen Gefühlen blickt Sabine Böhringer zurück? - "Mit guten Gefühlen!"


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Sonnabend, 26. Dezember

Soeben habe ich meinen letzten Radiobeitrag für dieses Jahr produziert. Thema: "Was machen Ahmed und seine Freunde zu Silvester?"

Den Beitrag können sie auf radioBERLIN 88,8 hören, am kommenden Mittwoch, den 30.12.2015 in Guten Morgen Berlin.
Ich verabschiede mich jetzt in den Urlaub und wünsche allen einen friedvollen Ausklang des Jahres 2015. Im neuen Jahr sehen und hören wir uns wieder. Bleiben Sie gesund - bis dahin, alles Gute!

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Dienstag, 13. April 2016

"Wir haben so viel aufgebaut. Es wäre schade, wenn das alles jetzt zerstört wird, weil die Halle wieder geräumt werden soll."

Veronika Großmann leitet die Turnhalle in der Onkel-Tom-Straße unweit der Thielallee. In den vergangenen sechs Monaten hat sie dafür gesorgt, dass die 160 Bewohner "ihrer" Halle nicht nur ein Dach über dem Kopf haben, sondern auch gut integriert sind: mit Sprachkursen, Analphabetisierungskursen etc. Die Zusammenarbeit mit den Anwohnern klappt prima.

Jetzt hat Großmann erfahren, dass die Halle am 20. Mai zur Sanierung schließen soll. Alle Bemühungen zur Integration also für die Katz?



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Dienstag, 13. April 2016

"Jedem, der eine Turnhalle für Flüchtlinge betreibt, ist klar, dass das irgendwann wieder vorbei ist.


Hallenmanagerin Großmann kennt auch das Argument, die Betreiber wollten ja nur Geld verdienen. Ihr geht es aber um die Bewohner, sagt sie. Und hofft sehr auf eine Verlängerung der Nutzung - wenigstens für ein paar Monate. Für "ihre Flüchtlinge" wünscht sie sich, dass sie nicht aus dem inzwischen vertrauten Umfeld herausgeriessen werden.
Doch diese Hoffnung können weder Senat noch Bezirk erfüllen.

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Anfang Dezember 2015
Sporthalle der Mühlenau Grundschule 16.05 Uhr

Liebes Tagebuch,

der Streit um die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen ist auch bei uns im Kiez angekommen. An der Schule meiner Kinder, der Mühlenau-Grundschule, werden jetzt die Sport AGs am Nachmittag reduziert, weil woanders die Hallen belegt sind (z.B. die große Sporthalle im Hüttenweg und in der Onkel-Tom-Straße).

Wer ist Schuld an der Situation? Natürlich nicht die Flüchtlinge, sagt Katrin Götz, Mutter eines 6. Klässlers an der Schule.

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Eines möchte ich klarstellen, falls mich jemand beim Thema mit den Turnhallen missverstehen sollte:

"Es geht mir bei diesem Thema nicht um Stimmungsmache gegen Flüchtlinge."

Im Gegenteil. Viel skandalöser als die Tatsache, dass den Kindern jetzt die Sporthallen fehlen, finde ich, dass so viele Flüchtlinge gezwungen sind, in Turnhallen zu wohnen.

Hier ein paar Zahlen:

Turnhalle Onkel-Tom Straße (200 Flüchtlinge)
Turnhalle Hüttenweg (246 Flüchtlinge)
Turnhalle Lessingstraße (203 Flüchtlinge)
Turnhalle Wedellstraße (192 Flüchtlinge)
Turnhalle Leo-Baeck-Straße (73 Flüchtlinge)
Turnhalle Mühlenstraße (150 Flüchtlinge)

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Montagnachmittag, Fußball AG

"Als Lehrer denke ich, dass ist halt unser Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsproblematik - aber schade ist es auf jeden Fall."


Christian Meye ist Sportlehrer mit Herz und Seele an der Schule. Natürlich tut es ihm leid, dass den Kindern die Hallenzeit jetzt fehlt.

Richtiges Training ist in der kurzen Zeit auch gar nicht mehr möglich, sagt er. Es geht nur noch darum, die Kids irgendwie zu beschäftigen. Er hat versucht, die Situation den Kindern so gut es geht zu erklären.

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Montag, 30. November 2015, 16 Uhr

"Das lohnt sich doch gar nicht mehr. Und alles nur wegen der Flüchtlinge!"

Milan (11) und Cassius (12) sind enttäuscht. Die Trainingszeiten ihrer heiß geliebten Fußball AG wurden stark gekürzt: von 1,5 Stunden auf 45 Minuten. Trotzdem kommen die beiden Sechstklässler noch zum Training. Dafür macht Fußballspielen einfach zu viel Spaß - auch wenn die Zeit so knapp ist.

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"Ich bin echt sauer! Die müssen doch nicht unseren Kindern die Turnhallen wegnehmen."

Das sagt Katrin Götz, Mutter eines Sechsklässlers an der Mühlenau-Grundschule. Seit die Zeit für die Fußball-AG am Nachmittag auf die Hälfte gekürzt wurde, hat ihr Sohn zu wenig Bewegung, findet die Mutter.

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Montag, 7. Dezember 2015

Bei mir im Kiez stehen mehrere Häuser leer. Sie befinden sich auf einem Gelände, das dem Bund gehört und stehen Unter den Eichen/ Thielallee und Bötticherstraße. Das Areal umfasst mehr als 42.000 Quadratmeter und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in Bonn betreut.

Warum werden Turnhallen beschlagnahmt, wenn offensichlich intakte Gebäude leer stehen. Darüber kann ich mit Dieter Glietsch sprechen, dem Staatssekretär für Flüchtlingsfragen in Berlin.


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Dienstag, 1. Dezember 2015

"Es gab nicht ein böses Wort. Ich glaube, dass der gesamte Verein dafür vollstes Verstädnis hat, dass wir die Turnhallen jetzt für Flüchtlinge hergeben."

Das sagt der sportliche Leiter der 1. Herrenmannschaft von Hertha Zehlendorf.
Wie es möglich ist, auch in schwierigen Zeiten den Trainingsbetrieb für die Spieler  aufrecht zu erhalten, das macht der Fußballverein aus der Onkel-Tom-Straße geradzu vorbildlich vor.



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Montag, 9. November

Das sind Bassel und Baraa Hawa, Fußballer aus Leidenschaft.

Ich habe die beiden Syrer in der Thielallee kennengelernt. Sie sind 24 und 21 Jahre alt und Brüder. In ihrer Heimat Syrien haben sie in der Profiliga gespielt.

"Da muss man doch irgendwie helfen können", denke ich mir.


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Notunterkunft Thielallee, 2. Stock
Freitag, 6. November


Ich freue mich auf das Treffen mit Bassel, denn ich habe schon viel vom ihm gehört. Im flüchtlingsheim ist er fast so was wie eine Berühmtheit.

Am 10. September ist er mit seinem Bruder und seiner Mutter in Berlin angekommen. Davor hat er zwei Jahre in der Türkei gelebt und in Ankara bei einem Zweitligisten gespielt. Aber am Schluss, sagt Bassel, war das kein Leben mehr.

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Montagabend, 9. November 2015
Trainingsgelände Hertha 03 Zehlendorf, 19 Uhr

Es ist schön zu sehen, wie Bassel aufblüht, sobald er in Fußballklamotten steckt. Keine Spur mehr von Schüchternheit. Mit der Verständigung auf Deutsch hapert es zwar noch, aber das wird schon, da ist sich Bassel sicher.

- Was er auf Deutsch schon sagen kann? - Hören Sie selbst!

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Notunterkunft Thielallee, 2. Stock
Freitag, 6. November


Dieses Zimmer teilt sich der 24-jährige Syrer mit drei anderen Flüchtlingen, einer davon ist sein Bruder Baraa. Der spielt übrigens auch Fußball. In Ankara hat Bassel mit Fußballspielen noch etwas Geld verdient - etwas mehr als der türkische Durchschnittslohn. Aber, so sagt er, es war kein Leben mehr. Seiner alten Mannschaft trautert er immer noch nach. Er erzählt:  "Wir sind verstreut in alle Winde", sagt Bassel.



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Montag, 9. November - 18 Uhr
Trainingsplatz Onkel-Tom-Straße, Hertha 03


Ich bin bei Hertha 03 Zehlendorf zum Interview verabredet, wo Bassel und Baraa inzwischen in der 1. Herrenmannschaft regelmäßig trainieren können.

Rüdiger Böhringer, Controller aus der Thielallee, hat das möglich gemacht. Hier, auf dem Trainigsgelände am Hüttenweg, treffe ich auch Timo Steinert, den Manager der 1. Herrenmannschaft.

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Montag, 9. November - 18.15 Uhr

"Ich kenn meine Jungs, ich weiß, die nehmen die beiden Syrer super auf. Da gibt's keine Hemmschwellen."

Das sagt Timo Steinert. Er tritt offen und zupackend auf. Der Team-Manager empfängt die beiden Brüder mit offenen Armen. Die Spieler aus der 1. Herren-Mannschaft haben auch schon für sie gesammelt und zum Beispiel Trikots gespendet.

Was die spielerische Qualität von Bassel und Baraa betrifft, ist Timo Steinert zuversichtlich:

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Trainingsgelände Hüttenweg, Hertha 03
Montag, 9. November, bei


Hier auf dem Rasen sind Bassel und sein Bruder Barra voll in ihrem Element. Keine Spur mehr von Schüchternheit.

"Wir sind und bleiben Brüder. Und wir haben den gleichen Traum von der Fußball-Karriere."


Das sagt Bassel über sich und seinen Bruder Baraa. In Aleppo haben sie in zwei konkurrierenden Vereinen gekickt. Hier in Berlin spielt das für sie aber keine Rolle mehr. Was jetzt zählt, ist, hier eine neue Heimat zu finden.




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Ende November
Im Studio von radioBERLIN 88,8 im rbb

Die Begegnung mit Bassel und seinem Bruder Baraa hat mich sehr beschäftigt. Zu sehen, wie wenig ihnen von ihrem alten Leben nur noch geblieben ist. Und mit welcher Hoffnung auf ein besseres Leben sie jeden Morgen in den Tag starten!

In unserem Bezirk werden übrigens die Turnhallen knapp. Sieben Hallen sind inzwischen mit Flüchtlingen belegt. Dadurch fällt an manchen Schulen das Sportangebot knapper aus. Das sorgt für Unmut.
Diesem Thema gehe ich als nächstes nach.





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Donnerstag, 25. Februar 2016

"Wir müssen den Bewohnern unsere Werte vorleben."


Dieser Ansicht ist Sabine Böhringer von der Heimleitung Sanctum Homes in der Thielallee.
Wie das im Alltag geht?
Zum Beispiel, indem sie darauf achtet, dass sich die Männer bei der Essensausgabe in der Schlange hinten anstellen und nicht einfach vordrängeln.




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Fernsehzentrum rbb, Masurenallee
Donnerstag, 5. November 2015

"Wo sind eigentlich die Frauen?"

Diese Frage stellen mir immer wieder Nachbarn und Anwohner. Um eine Antwort zu erhalten, mache ich mich auf den Weg nach Zehlendorf, in die Thielallee.

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Mittwoch, 4. November 2015

"Wo sind eigentlich die Frauen?"

Über 350 geflüchtete Menschen leben in der Notunterkunft Thielallee in Dahlem, die meisten aus Afghanistan, Iran, Irak und Syrien. Darunter sind auch viele Familien mit Kindern, natürlich also auch Frauen. Ein Anwohner sagte mir:

"Ist doch klar, die Frauen dürfen bestimmt nicht raus, weil ihre Männer das nicht zulassen." (Anwohner-Zitat)

Für mich klingt das nach einem Vorurteil. Aber ob es auch stimmt?

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Notunterkunft Thielallee
Mittwoch, 4. November
2015

"Wir haben Angst rauszugehen. Wir haben Angst abgeschoben zu werden. Wir haben Angst vor Übergriffen."


Es ist gar nicht so einfach, eine Frau zu finden, die sich traut mit mir zu reden. Fotografieren soll ich lieber auch nicht. Schließlich kann ich mit einer jungen Afgahnin, Mutter von zwei Kindern, sprechen. Sie hat eine lange und anstrengende Flucht hinter sich - mit ihren Verwandten und vier Kleinkindern. Warum sie so wenig rausgehen? Mit Hilfe einer Übersetzerin (hinten rechts im Bild) erfahre ich folgendes:



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Mittwoch, 4. November 2015

"Nach der langen Flucht fehlt vielen Frauen einfach die Kraft rauszugehen."


Frau Salehi-Shahnian spricht fließend Farsi und übersetzt für mich das Gespräch mit der afghanischen Mutter. Sie engagiert sich in der Bürgerstiftung Berlin und kennt die Situation der Flüchtlinge genau.
Sie hat folgende Erlärung für die Zurückhaltung der Frauen:

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Montag, 9. November 2015

Sicherlich gilt das, was ich herausgefunden habe, nicht für alle Frauen. Aber ich kann sehr gut nachvollziehen, wie schwierig es für viele Frauen sein muss, sich in der fremden Umgebung überhaupt zurechtzufinden.

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Donnerstag, 10. Dezember 2015

"Heute war hier der Teufel los!"


Irene Pulmann und ihre Kollegin Marianne Simon sind erschöpft.
Die beiden Damen kennen sich von ihrer Arbeit im Hausfrauenbund und engagieren sich zusammen regelmäßig für die Flüchtlinge in der Thielallee. Normalerweise bringen sie den Kindern nach der Methode "Bilderbuchkino" Deutsch bei. Heute haben sie mit den Kindern gebastelt: Sterne aus Butterbrot-Tüten:

"Die Idee hat eingeschlagen wie 'ne Bombe!"
, sagen sie.

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Notunterkunft Thielallee
Donnerstag, 10. Dezember 2015


"German Christmas?"

Hasna aus Syrien lacht. Und zeigt stolz den Stern, den sie gerade mit ihrer Freundin Lara gebastelt hat. Gleich geht's in den Saal  nach nebenan - zur Weihnachtsfeier.

Was Hasna und Lara von der deutschen Weihnacht halten? Es ist doch ein christliches Fest? Sie schütteln lächelnd den Kopf. Und zeigen wieder auf ihre Sterne.

So eine gelöste Stimmung habe ich hier bislang noch nicht erlebt.

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Freitag, 30. Oktober 2015

"Das muss sich erst mal bei mir setzen. Ich fand das alles noch ein bisschen chaotisch heute."

So empfindet das Erika Bark (ganz hinten im Bild, im Stehen), eine Nachbarin aus der Umgebung. Die Rentnerin wollte sich heute die Veranstaltung einfach mal anschauen. Ob sie sich vorstellen kann, den Kindern nach der Methode "Bilderbuchkino" Deutsch beizubringen? Sie zögert. "Darf ich ehrlich sein?" - Aber ja, ich bitte darum.

Hier ist ihre Antwort:

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Dahlem, Park Im Schwarzen Grund
Sonntag, 1. November
2015

Liebes Tagebuch,

Seit über zwei Monaten beschäftige ich mich nun mit dem Thema "Flüchtlinge in Berlin". Ich habe mit Helfern gesprochen, Flüchtlinge näher kennengelernt und über die Sorgen mancher Anwohner geschrieben. Ich ertappe mich immer öfter - z.B. in Bezug auf das Thema "ehrenamtliches Engagement" - wie ich insgeheim denke:

"Das ist doch alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein."


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"Bilderbuchkino" in der Notunterkunft Thielallee
Freitag, 30. Oktober 2015, 10 Uhr


"Wie macht die Ente?"

fragt die ehrenamtliche Helferin am Beamer. "Quak Quak!" ruft ein kleiner Junge und macht Flügelbewegungen mit den Armen. 

Die Kinder lachen. Sie sind sehr aufgeweckt, sprechen Wörter auf Deutsch aus der Geschichte nach, aber es fällt ihnen schwer still zu sitzen. Jedes Kind hier spricht eine andere Sprache: Farsi, Paschtu und Arabisch sind darunter - eine zusätzliche Herausforderung für die ehrenamlichen Helfer, die sich hier engagieren.

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Zur gleichen Zeit, VOR der Tür des Spielzimmers

"Eine Viertelstunde warte ich noch, dann gehe ich aber."


Hedda aus Dahlem ist frustriert. Zusammen mit zwei anderen Helferinnen steht sie vor dem Spielzimmer in der Notunterkunft und wartet auf Teilnehmer des Deutschkurses, der im Raum nebenan stattfinden soll. Es ist aber niemand von den Flüchtlingen da.

Ich frage sie, ob mein Eindruck stimmt, dass sie gerade sehr enttäuscht ist?

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Donnerstag, 29. Oktober 2015

"Die Kinder lernen wahnsinnig schnell."


So sieht das Natascha Salehi-Shahnian. Die 30-jährige arbeitet für die  Bürgerstiftung Berlin, die sich mit dem Projekt "Bilderbuchkino" u.a. dafür einsetzt, Flüchtlingskindern Deutsch beizubringen. Frau Salehi-Sahnian hat eine deutsche Mutter und einen iranischen Vater, weshalb sie gut Farsi spricht. So kann sie sich gut mit vielen Flüchtlingen, z.B. auch aus Afghanistan, verständigen.

Über ihre Erfahrung mit dem Einsatz des Bilderbuchkinos sagt die 30-Jährige:

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Notunterkunf Thielallee, im Keller
Mitte September 2015

"Das ist hier auch ein Stück weit Verantwortung der Zivilgesellschaft, die wir wahrnehmen."

Das sagt Tillmann Schumacher. Er ist Internist und baut die medizinische Versorgung in der Notunterkunft Thielallee anderen freiwilligen Helfern auf. Ich treffe ihn das erste Mal, als er gerade dabei ist, den Behandlungsraum neu zus streichen.

Ohne Menschen wie ihn wäre die Versorgung der Flüchtlinge schlicht nicht möglich.




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Dienstag, 12. April 2016

Spielplatzeröffnung an der Thielallee. Alle haben lange darauf gewartet - jetzt ist er endlich eröffnet, der neue Zirkus-Spielplatz vor der Jesus-Christus-Kirche in Dahlem.

Der Park ist für viele zu einem Ort der Integration geworden, an dem deutsche Kinder und Kinder aus der Notunterkunft Thielallee zusammen spielen. Über 250.000 Euro hat der Bezirk für den Spielplatz ausgegeben.

Dass der neue Spielplatz nur gebaut wurde, weil sich in der Nähe die Flüchtlingsunterkunft befindet, weist die zuständige Bezirksstadträtin der Grünen, Christa Markl-Vieto weit von sich.

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Montag, 11. April 2016

"Ich habe neulich meine Tür geöffnet und wir haben gemeinsam gekocht."

RadioBERLIN Hörerin Monika Rivers aus Moabit hat mich angerufen. Die Rentnerin engagiert sich seit einem Jahr für Flüchtlinge und möchte auch andere mit ihrer Idee begeistern. Unter dem Motto "Wer will mit wem?" hat sie eine Facebookseite eingerichtet. Ihr Ziel: Deutsche und Flüchtlinge für gemeinsame Unternehmungen zusammenzuführen, um den Alltag, wie sie sagt, miteinander zu teilen.

Wer mitmachen möchte, kann sich bei uns im Hörerservice melden (Tel. 97993 - 34888) und nach dem Kontakt zu Monika Rivers fragen.

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Montag, 25. Januar 2016

"Der Alltag ist eine große Herausforderung."

Heike Schröder arbeitet als Lehrerin in einer Willkommensklasse an der Nordgrundschule in Zehlendorf. Die 52-Jährige hat etwa 12 Kinder in ihrer Klasse im Alter zwischen 5 und 10 Jahren.

Das schwierigste am Anfang war, erzählt sie, die Kinder erst mal einzufangen. Dass sie das Vertrauen aufbauen, hier ist jetzt Schule und die Flucht hat ein Ende.

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Freitag, 22. Januar 2016

"Persönlichen Kontakt zu Flüchtlingen zu bekommen, ist nicht einfach."


Kornelia Schröder war von Anfang an in der Thielallee aktiv. Inzwischen hat sie sich etwas aus der Arbeit zurückgezogen und engagiert sich lieber anderweitig. Zu Hasna, einer Mutter aus Syrien, hat sie regelmäßig Kontakt. Sie holt sie im flüchtlingsheim ab und geht mit ihr z.B. an die Krumme Lanke spazieren.



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Mittwoch, 6. Januar 2016

"Wir haben jetzt zwei Willkommensklassen an unserer Schule. Auf dem Schulhof spielen wir zusammen Verstecken mit Anschlag."

Ich treffe Nils Lenwerder, 6. Klässler an der Nordgrundschule in Zehlendorf. Seit Ende November gehen rund 25 Kinder aus der Notunterkunft Thielallee auf seine Schule.

Ein Mädchen, erzählt er, hat so schnell Deutsch gelernt, dass sie schon jetzt mehrere Stunden am Tag in seiner Klasse dem Unterricht folgen kann.

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Mittwoch, 28. Oktober 2015

Wo treffen Dahlemer und Flüchtlinge im Alltag aufeinander? Beim Einkaufen, im Park beim Spazierengehen oder wenn Kinder zusammen Fußball spielen. Mein Eindruck ist, dass Anwohner und Flüchtlinge - von den ehrenamlichen Helfern abgesehen - unter sich bleiben. Begegnungen zwischen beiden Gruppen sind nicht selbstverständlich.

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Sonntag, 25. Oktober 2015

Der Thielpark vor der Kirche ist voller Kinder. Lautes Lachen und Rufen, Kommandos werden gegeben: ein Fußball-Match ist in vollem Gange. Es sind die Kinder aus der nahegelegenen Notunterkunft in der Thielallee, die hier spielen. Darunter auch ein paar deutsche Kinder. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei der Dahlemer und Flüchtlinge aufeinandertreffen - ganz spontan, zufällig, aus reiner Freude am Fußballspiel. Es ist richtig schön, zuzuschauen.

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Sonntag, 25. Oktober 2015

"Fußball ist doch international! Da ist es egal, ob man die Sprache spricht und woher mann kommt. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen."

Das sagt Florian Keske.  Er spielt öfter hier mit seinem Sohn. Ich hatte ihn zuerst für den Sozialarbeiter der Kinder aus dem Flüchtlingsheim gehalten. Aber schnell ist klar, dass er "nur Anwohner" ist. Dass hier alle zusammen spielen, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.


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Freitag, 23. Oktober - 11 Uhr

"Mir tun die Bewohner der Notunterkunft einfach leid."

Das sagt Stefan Lindecke-Chiburdanidze. Er betreibt einen Markstand an der Kreuzung Unter den Eichen/ Ecke Dahlemer Weg und verkauft dort frisches Obst, Gemüse und Blumen. Von seinem Standort aus hat er einen direkten Blick auf die Thielallee und kann beobachten, was sich durch die neuen Bewohner in der Straße verändert. Seine Einschätzung: Jeder bleibt eher für sich.


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Sonntag, 25. Oktober 2015, 14 Uhr

Mohamed ist 14 Jahre alt und kommt aus dem Irak. Er ist ein aufgeweckter Junge und träumt davon, hier zur Schule zu gehen. Er möchte Arzt werden. Als ich ihn frage, mit wem er hier ist, strahlt er: mit beiden Eltern und seinen drei Brüdern. So wie ich ihn erlebe, kann ich mir vorstellen, er schafft das. Was Mohamed aber fehlt, ist der Kontakt zu gleichaltrigen Kindern, vor allem deutschen. In die Schule geht er noch nicht. Das Amt hat sein 'okay' noch nicht gegeben.

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Donnerstag, 3. März 2016

Ich habe Abdul, 22, aus Syrien vor ein paar Tagen im Deutschkurs getroffen. Eigentlich wollte er mir zeigen, wie gut er inzwischen unsere Sprache kann, doch dann versagt ihm auf einmal die Stimme. Und ich stecke mittendrin im Gefühlschaos.

Abdul ist allein in Deutschland. Seine Familie ist vertreut: in Syrien, im Libanon, in der Türkei. Gestern hat er mit seiner Mutter telefoniert und erfahren, dass seine kleinen Geschwister sehr krank sind.

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Dienstag, 22. Dezember 2015

Heute habe ich Nijerwan Mussa getroffen. Ein schmächtiger junger Mann, 19 Jahre alt, wie so viele hier aus Syrien. Als ich von ihm wissen möchte, was für ihn das schwierigste Ereignis im Jahr 2015 war, sagt er: „Hier in Deutschland anzukommen. Die neue Sprache. Die Fremde. Das ist das schwerste für mich.“

Seinen Vater hat er im Krieg verloren. Seine Mutter ist mit dem Bruder und der Schwester in Syrien geblieben. „Ich wollte gar nicht weg, ich wollte bei ihnen bleiben.“ Aber er ist der älteste, also haben sie ihn losgeschickt, damit er bald seine Familie unterstützen kann. Nijerwan wirkt verloren auf mich, etwas einsam.







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Notunterkunft Thielallee, Konferenzraum
Donnerstag, 17. Dezember 2015

Hasna kommt aus Aleppo. Sie 43 Jahre alt und hat fünf Kinder. Hasna ist ein positiver Mensch. Wenn ich sie in der Notunterkunft treffe, ist sie immer in Bewegung, lacht  gern und viel. Von ihren Sorgen weiß ich wenig. Zwei ihrer Kinder, die beiden ältesten (23 und 24), sind noch in Syrien. Drei hat sie mit auf die Flucht nach Deutschland genommen. 

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Ende November 2015
Notunterkunft Thielallee in Dahlem


Noch nie kamen so viele Flüchtlinge auf einmal zu uns wie in den vergangenen drei Monaten. Allein seit Anfang des Jahres sind über 60.000 Menschen nach Berlin geflohen.

Einer von ihnen ist Bassel Hawa aus Syrien, der mit seiner Mutter und seinem Bruder über die Türkei zu uns geflohen ist. Seit Mitte September wohnt er in der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Thieallee in Dahlem.

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Montag, 19. Oktober 2015

Ahmed Rameni ist Palästinenser aus Syrien. Er ist mir schon öfter aufgefallen, weil er einer der wenigen Erwachsenen aus der Notunterkunft ist, der mit den Kindern im Park regelmäßig spielt. Dabei hat er selbst kein einfaches Schicksal. Hier erzählt er, wie er in Syrien als Schwimmlehrer gearbeitet hat. Dass er drei Jahre im Gefängnis saß und nicht einmal weiß, warum. Ahmed ist erst 34 Jahre alt. Zuerst will ich es nicht glauben. Aber es stimmt. Das sind die Spuren von Krieg und Gefangenschaft. In Deutschland hofft er - wie so viele andere - auf ein besseres Leben. 

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Montag, 26. Oktober 2015
9.30 Uhr


In der Kantine der Notunterkunft ist das Frühstück gerade vorbei. Dort bin ich mit Samir verabredet. Aus Angst vor Verfolgung will er sich nur von hinten fotografieren lassen.
Samir ist Palästineser und 54 Jahre alt. Aus Syrien ist er zu Fuß geflohen, seine Frau und zwei Kinder hat er an der türkischen Grenze zurückgelassen. Für die Flucht hat er rund 6.000 Dollar gezahlt.

Hier erzählt er, wie er sich nach rund acht Wochen in Deutschland fühlt:

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Montag, 26. Oktober 2015

"Hier, das habe ich alles selbst gemacht."

Samir zeigt mir stolz auf seinem Handy die Fotos seiner Arbeit. Vor seiner Flucht hat er als Fliesenleger gearbeitet: Bäder ausgebaut, Mosaike gelegt, die Sanitärbereiche in Villen verschönert. Aus das Haus seiner eigenen Familie hat er selbst gebaut. Jetzt liegt alles in Schutt und Asche. Für einen Moment versinkt Samir in seinen Erinnerungen. Dann schüttelt er den Kopf. Ob er schon vielen Deutschen begegnet? Außer den Kontakten in der Notunterkunft eher selten.


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Sonntag, 20. September 2015

Heute hat mir Ahmed im Park zwei Stunden lang die Geschichte seiner Flucht erzählt. Seine Stimme geht mir seitdem nicht aus dem Kopf.

 Der 27-jährige hat in Aleppo studiert und dort drei Jahre als Englischlehrer gearbeitet, bis der Krieg ausbrach und all seine Zukunftsträume zerstört hat. Hier spricht er über seinen dramatischen Weg über den Balkan nach Deutschland.


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Sonntag, 11. Oktober 2015

Es ist nicht leicht, Einblick in Flüchtlingsunterkünfte zu bekommen. Journalisten sind in der Regel unerwünscht.
Hier, bei Sanctum Homes, einem Betreiber von drei Notunterkünften und mehreren Hostels in Berlin, ist es etwas anders. Was nicht heißt, dass ich überall und jederzeit Zutritt habe und herumspazieren kann, wo ich möchte.
Aber man lässt mich ein. Das hat auch mit Vertrauen zu tun. Darauf bin ich ein stolz.


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Montag, 12. Oktober 2015
15 Uhr

Ich habe großes Glück. Heute darf ich die Einrichtung von innen besichtigen. Eine Mitarbeiterin von Sanctum Homes, Sabine Böhringer, zeigt mir das Haus vom Keller bis zum Dach (na ja, fast bis zum Dach). So lerne ich bei meinem Rundgang viele Mitarbeiter und ihre Arbeit kennen.

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Sabine Böhringer, Mitarbeiterin von Sanctum Homes

"Wir wollen ein offenes Haus sein und den Leuten zeigen, wie normal das Leben hier ist."

sagt Sabine Böhringer. Die Mitarbeiterin von Sanctum Homes, dem Betreiber der Flüchtlingsunterkunft, setzt sich mit Herz und Verstand für "ihre" Flüchtlinge in der Thielallee ein.  "Wir haben vor allem viele Familien hier, die aus fünf bis acht Personen bestehen," erzählt sie. Wichtig ist jetzt erst mal, sagt sie, dass die Menschen nach der langen Flucht zur Ruhe kommen können.




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Montag, 12. Oktober 2015

Das ist der Eingangsbereich der Notunterkunft Thielallee. Die Treppe hinten führt in den Keller, wo die Kleiderkammer untergebracht ist sowie ein Raum zur medizinischen Versorgung. Der wird gerade von ehrenamtlichen Helfern frisch gestrichen. Der Sicherheitsdienst arbeitet im Schichtsystem. Pro Schicht sind meistens sieben Mann im Einsatz.

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Keller der Notunterkunft, ärztliche Versorgung
Montag, 12. Oktober 2015, 15.30 Uhr


"Die Menschen waren am Anfang körperlich und mental total erschöpft."

Das sagt Tillmann Schumacher. Der Internist baut hier das Zentrum zur medizinischen Versorgung für die Flüchtlinge auf. Alles ehrenamtlich. Gerade ist er dabei, den Raum frisch zu streichen.
Inzwischen können hier täglich ärztliche Sprechstunden abgehalten werden, erzählt er. Und: im Moment kommen viele Bewohner des Hauses auch mit ganz normalern Erkältungskrankheiten zu ihm.

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Montag, 12. Oktober 2015, 15.45 Uhr

"Jeder der kann, hilft bei uns irgendwie mit."

Sabine Böhringer zeigt mir die Kleiderkammer im Keller. Auch hier haben die Helfer alle Hände voll zu tun. Die alte Kleiderkammer platzte aus allen Nähten. Deshalb wird hier noch einmal neu organisiert. Jetzt heißt es: Wäsche sortieren, nach Größen ordnen und einräumen. Nebenan wird gerade ein Extra-Raum nur für Kinderkleidung eingerichtet.



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Notunterkunft Thielallee, Speisesaal
Montag, 12. Oktober 2015


"Reis geht immer," sagt Claudia. Sie ist Teamchefin von rund sechs Mitarbeitern, alle sind festangestellt. Es gibt zwar eine voll ausgestattete Großküche, aber noch wird das Essen für die über 350 Flüchtlinge von einem Caterer besorgt. Bald wollen sie hier selber kochen. Claudia sagt: "Ohne die ehrenamtliche Hilfe der vielen Freiwilligen aus Dahlem wäre hier am Anfang alles zusammengebrochen. Dafür möchte ich danken."






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Montag, 12. Oktober 2015

"Viele Kinder sind traumatisiert."


Sagt Sabine Böhringer. "Bei uns sollen sie zur Ruhe kommen." Eine Möglichkeit dafür ist das Spielzimmer mit Teppich. Hier spielen, malen und lernen Kinder bis 14 Jahren (sofern sie noch nicht zur Schule gehen).

Rund 60 Kinder leben momentan in der Notunterkunft Thielallee -  vom Säuglings- bis zum Grundschulalter. Platz zum Toben ist aber auch draußen auf dem Hof, an der Rückseite des Gebäudes.

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Montag, 12. Oktober 16.15 Uhr

Am Schluss lande ich wieder da, wo ich meinen Rundgang vor einer Stunde begonnen habe: im Eingangsbereich. Einblick in die 4-Bett-Zimmer durfte ich nicht nehmen, denn diese sollen Privatsphäre der Flüchtlinge bleiben.

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Donnerstag, 22. Oktober 13.30 Uhr

"Nein, es hat sich nicht viel verändert. Zehlendorf ist ja ein ruhiger Bezirk."

So empfindet Christa Montag. Sie ist Rentnerin, viel im Kiez unterwegs und hat keine Scheu auf fremde Menschen zuzugehen. Deswegen kam sie auch schon mit vielen Flüchtlingen ins Gespräch. Was ihr Umfeld zu den neuen Nachbarn sagt?

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Montag, 13. September

Durch Zufall habe ich heute die Frau getroffen, die genau gegenüber von der Notunterkunft wohnt. Eine sympathische, offene Frau, berufstätig, mit Mann und Kindern. Ich habe sie gefagt, was sie gedacht hat, als sie hörte, dass Flüchtlinge genau gegenüber einziehen.

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Mittwoch, 15. September

"Manche wollen am liebsten alles einzäunen, wo die Flüchtlinge wohnen."

Erzählt Samira Korubay. Die 55-jährige stammt selbst ursprünglich aus Syrien und lebt seit 1974 in Deutschland. Das Schicksal ihrer Landsleute lässt sie nicht kalt. Die Not der Flüchtlinge zu sehen, löst bei Samira vor allem ein Gefühl aus: große Trauer. Deshalb kümmert sie sich freiwillig um die Kinder und ihre Mütter in der Notunterkunft Thielallee: sie liest und spielt mit den Kindern. Aus ihrer Nachbarschaft hat sie dagegen vor allem mit einem Problem zu kämpfen: Vorurteile.



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Freitag, 18. September

"Wie machen die das bloß mit den sanitären Anlagen?"

Diese Frage stellt sich die  80-jährige Rosalie Maschke. Die Rentnerin lebt schon seit über 60 Jahren im Kiez. Angst vor den Flüchtlingen will sie nicht haben, auch wenn sie einige Freundinnen hat, denen jetzt etwas mulmig zumute ist. - "Ich bin freundlich zu denen und die sind freundlich zu mir", sagt sie.
Aber sie stellt sich trotzdem viele Fragen und fragt sich, "wie das alles weitergehen soll."




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Dienstag, 20. Oktober

"Niemand muss Angst vor dem anderen haben, ich bin mir sicher, wir schaffen das."

Sagt Frank Hoffman. Der Rentner war gerade mit seinen Enkeln im Park, als die Kinder aus der Notunterkunft Thielallee dazukamen. Der ehemalige Rechtsanwalt nimmt großen Anteil am Schicksal der Flüchtlinge. Es sind die spontanen Begegnungen, die der 70-jährige so sehr schätzt. Denn sie bestätigen seine Haltung: Keiner muss Angst haben vor dem anderen. Als er sieht, wie durstig die Kinder durch das Fußballspielen werden, holt er schnell von zu Hause einen ganzen Kasten Wasser.



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Freitag, 27. November

Dieser Anwohner ist ganz entspannt, was die Flüchtlinge betrifft. Ich treffen ihn vor dem Friseurladen von Stefanie Scheibe am S-Bahnhof Lichterfelde-West. Seinen Namen nennt er mir nicht, aber seine Meinung will er trotzdem sagen.

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Mittwoch, 16. Dezember

„Naja, ganz ehrlich. Ich kann‘s gar nicht so sagen – man sieht die so wenig“,

sagt Stefanie Scheibe. Die 28-Jährige führt einen kleinen Friseursalon in Lichterfelde West, direkt am S-Bahnhof. Neulich war ich wieder dort zum Haareschneiden. Und natürlich sprechen wir auch über „mein Thema“, die Flüchtlinge in der Thielallee.

Was Stefanie darüber denkt?

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Ende September 2015

Bis Ende dieses Monats kommen laut Senatsverwaltung für Gesundheit rund 27.000 Flüchtlinge nach Berlin. Sie sind verteilt auf 90 Unterkünfte und wohnen in Turnhallen, ehemaligen Schulen oder Kasernen, in Messehallen oder im Hangar des Flughafens Tempelhof. Über 1.300 von ihnen beherbergt momentan der Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Und es werden täglich mehr.


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Sonntag, 13. September 2015

Tatsächlich. In dem Gebäude wohnen jetzt 350 Flüchtlinge. Normalerweise ist die Thielallee auf diesem Abschnitt wie ausgestorben, doch seit die Flüchtlinge da sind, ist auf der Straße auf einmal etwas los. In den Fenstern hängt Wäsche zum Trocknen: Pullover, Socken, Unterwäsche. Vor dem Haus sitzen viele junge Männer in Sportklamotten, mit Handy am Ohr.

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Notunterkunft Thielallee 88, Mitte September 2015

"Um 16 Uhr kam der Anruf, dann ging alles ganz schnell."

Der ehemalige Hotelmanager Rüdiger Böhringer, jetzt Controller der Flüchtlingseinrichtung in Dahlem, muss schnell reagieren. Der Anruf vom Senat kommt nachmittags um 16 Uhr. Er hat kaum Zeit zur Organisation von Betten, bis die ersten Flüchtlinge schon eintreffen.




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Mittwoch 16. September 2015

Ahmed (links) aus Aleppo mit einem Freund im Innenhof der Notunterkunft Thielallee. Dies ist das erste Foto, das ich von Ahmed mache.

Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass ich Ahmed noch oft wiedersehen werde. Ich verfolge, wie er sich hier entwickelt, welche "Aufs" und "abs" er in Berlin erlebt. Vor allem aber hilft er bei der Verständigung mit anderen Flüchtlingen denn er spricht sehr gut Englisch.

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Sonntag, 20. September 2015

Es ist das erste Mal, dass ich mich lange mit einem Flüchtling unterhalte. Zwei Stunden lang erzählt mir Ahmed die Geschichte seiner Flucht. Sie steht exemplarisch für so viele andere Menschen, denen es ähnlich geht wie ihm.

Wir treffen uns im Thielpark bei mir um die Ecke. Es ist warm und wir sitzen im Freien. Seine Stimme geht mir seitdem nicht aus dem Kopf. Der 27-Jährige hat in Aleppo studiert, dort drei Jahre als Englischlehrer gearbeitet, bis der Krieg ausbricht und all seine Träume zunichte macht.
Hier spricht er über seine dramatische Flucht über den Balkan nach Deutschland.

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Montag, 12. Oktober 2015

"Schon Kleinigkeiten können das Fass zum Überlaufen bringen."

Das sagt Guido Wilhelm, Sozialarbeiter bei Sanctum Homes, einem Betreiber  mehrerer Unterkünfte für Flüchtinge in Berlin.

Guido Wilhelm hat das geschafft, denke ich, was mir noch manchmal fehlt: eine gesunde Distanz zur eigenen Arbeit herzustellen. Er hat gelernt, mit den Konflikten, die sein Job mit sich bringt, umzugehen. "Immer gelassen bleiben", das ist seine Devise.






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Im Studio von radioBERLIN 88,8, im rbb
Anfang September 2015

Seit 1998 bin ich als Redakteurin und Reporterin für radioBERLIN 88,8 vom Rundfunk Berlin Brandenburg tätig. Auf einer Redaktionssitzung erwähne ich, dass in meiner Nachbarschaft eine Notunterkunft für Flüchtlinge eröffnet. Und dass ALLE im Kiez darüber sprechen. So entsteht die Idee, ein multimediales Tagebuch zu führen.

Was verändert sich durch die Flüchlinge in meinem Kiez? Wie reagieren Anwohner, Ehrenamtliche? Welche Probleme müssen die Mitarbeiter der Unterkunft bewältigen und was ist mit den Geflüchteten selbst? Diesen Fragen gehe ich nach. Die Tagebuch-Perspektive ermöglicht dabei einen ganz persönlichen, auch emotionalen Blick auf das aktuelle Geschehen.

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Donnerstag, 10. September 2015

Ich bin Mutter von drei Kindern und wohne in Dahlem in Steglitz-Zehlendorf. Es ist grün, ruhig und beschaulich. Den meisten hier geht es ziemlich gut. Ein paar Zahlen:

Einwohner: ca. 284.000
Haushalte mit über 2.600 Euro Einkommen: 56.400
Flüchtlinge im Bezirk: 1.300 (Stand Sept. 2015)

Jetzt wird diese Idylle aufgebrochen. Die Flüchtlinge sind nicht mehr weit weg, sondern mitten unter uns. Gleich um die Ecke in der Thielallee eröffnet eine Notunterkunft für Flüchtlinge. Es ist DAS Thema in der Nachbarschaft.Irgendwie brodelt es und ich habe das Gefühl, es verändert sich. Ich weiß nur noch nicht genau, was.

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Freitag, 11. September 2015

Als ich heute an der Thielallee vorbeikomme, steht ein großer Lastwagen vor dem ehemaligen Amt für Risikobewertung. Ich kann sehen, wie freiwillige Helfer in gelben Schutzwesten Kisten ins Gebäude schleppen. „Pass mal auf, da kommen jetzt Flüchtlinge rein“, sagt mein Freund. Ich denke noch, er macht einen Scherz - aber kurz darauf merke ich: Er hat recht! Für rund 350 Menschen - überwiegend aus dem Irak, Afghanistan, Syrien und Eritrea, wird die Thielallee das neues Zuhause.

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Berlin-Dahlem, Notunterkunft Thielallee 88
Dienstag, 15. September 2015

Normalerweise ist die Thielallee auf diesem Abschnitt menschenleer. Seit das Haus mit Flüchtlingen belegt ist, ändert sich das. Ich begegne wieder Menschen auf der Straße: Männer grüßen freundich, Kinder winken neugierig. 

Als Reporterin interessiert mich besonders, welche Veränderungen die Flüchtlinge in meinem Kiez auslösen und wie meine Nachbarn und die Anwohner in Dahlem auf die neue Situation reagieren. 

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Um herauszufinden, was sich durch die Ankunft der Flüchtlinge bei mir im Kiez verändert, brauche ich nicht viel: ein gutes Handy, ein digitales Aufnahmegerät und natürlich Neugier und die Lust, Menschen zu treffen und ihre Geschichten aufzuspüren.

Hier bin ich in der Redaktion zu sehen, wie ich am Bildschirm ein Interview "schneide".

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Mit diesem digitalen Aufnahmegerät mache ich meine Interviews. Es ist klein und unauffällig. Der Ton ist besser als bei der Handykamera, allerdings kann ich damit eben "nur" Tonaufnahmen machen.

Ich werde noch feststellen, dass viele Flüchtlinge zu einem Interview bereit sind, aber nur unter der Bedingung "Keine Kamera!" -  Aus Angst vor Verfolgung oder Abschiebung. "Radio ja, aber kein Foto."
Dafür also mein kleines Gerät Zoom H 2, das entfernt an einen Rasierapparat erinnert.

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Mit dem Iphone drehe ich alle Videos selbst, bearbeite und schneide sie zusammen. Das macht Spaß - ist nur dann etwas komplizierter, wenn ich ein "Selfie" drehe: Die richtige Kameraposition zu finden, ohne dass alles verwackelt, ist nicht immer ganz einfach.

Der Vorteil beim Drehen im Flüchlingsheim: Ich falle mit der Handy-Kamera nicht groß auf. So ist auch die Scheu der Bewohner geringer, mit mir zu sprechen.

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Übersicht

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Kapitel 1 Wie sich mein Kiez verändert

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Kapitel 2 Fazit der Ehrenamtlichen

Heike und kinder

Die ehrenamtlichen

Tamta im kindergarten

Marianne
Kapitel 3 Was macht die Integration?

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Anwohner versammlung

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Kapitel 4 Wohncontainer in Parkanlagen?

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Kapitel 7 Wünsche für das neue Jahr

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Kapitel 8 Streit um Turnhallen

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Kapitel 9 Die syrischen Profifußballer

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Kapitel 10 Was ist eigentlich mit den Frauen?

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Kapitel 11 Lust und Frust des Ehrenamtes

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Kapitel 12 Begegnungen im Alltag?

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Kapitel 13 Flüchtlingsschicksale

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Einstieg kapitel 1
Kapitel 14 Exklusiver Rundgang durch die Notunterkunft

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Kapitel 15 Reaktionen der Anwohner

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Kapitel 16 Die Flüchtlinge kommen nach Dahlem

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Kapitel 17 Die Projektidee

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