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Prince

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Sonntag, 21. August 2016
von 9.00 bis 21.00 Uhr
auf radioeins

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Diana Deutsch, Musikpsychologin, über das absolute Gehör

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Die Jugend

Geboren wird Prince Rogers Nelson am 7. Juni 1958 in Minneapolis als Sohn des kaufmännischen Angestellten John Lewis Nelson und der Jazzsängerin Mattie Della Shaw. Die Familie Nelson ist groß. Sowohl John als auch Mattie bringen Kinder aus vorhergehenden Beziehungen mit in die Ehe. Am Ende ist der kleine Prince von sieben Geschwistern umgeben. Das wird seinem Vater offenbar zu viel. Mitte der 60er Jahre verlässt er die Familie. Zurück lässt er ein Klavier, auf dem Prince fleißig übt. Allerdings nicht lange. Weil er sich mit seinem Stiefvater nicht versteht, der schon bald ins Haus zieht.

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Doch auch der Ortswechsel zu seinem leiblichen Vater geht nicht lange gut. Als sich der 14jährige mit einem Mädchen trifft, setzt ihn Vater John kurzerhand vor die Tür. Von nun an wohnt er in der Familie seines Kumpels André Anderson. Mit André lernt er verschiedene Musikinstrumente und gründet seine erste Band namens "Phoenix". Prince übernimmt den Gesang und spielt E-Gitarre. Mit 17 Jahren beherrscht er das Instrument bereits so virtuos, dass er als Studiomusiker gebucht wird.

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Kiss geht viral - Interview mit Kiddo Kat

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Seine eigene Karriere wird durch einen Mann namens Chris Moon angeschoben. Studiobesitzer Moon ermutigt ihn, seinen Nachnamen einfach wegzulassen und nur noch als Prince aufzutreten. Als Manager versteht sich Moon allerdings nicht. Als Prince ihn darum bittet, lehnt er ab. Stattdessen verweist er ihn an den Besitzer einer Werbeagentur in Minneapolis. Dieser organisiert ein Treffen mit Vertretern von diversen Schallplattenfirmen. Vor allem ein Vertreter glaubt in dem kleinen Mann mit der großen Stimme den neuen Stevie Wonder zu erkennen. Im Namen von Warner Bros. Records bietet er Prince im Juni 1977 einen Drei-Alben-Vertrag mit einem Budget von 180.000 Dollar an. Prince hat keinen Grund, abzulehnen.

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Sein Gitarrenbauer über Prince - Gespräch mit Jerry Auerswald

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Der Durchbruch

Prince' Debütalbum "For You" ist 1978 kommerziell kein großer Erfolg. Dafür hat die Produktion so viel gekostet, dass für die beiden nachfolgenden Alben kaum noch Geld vorhanden ist. Trotzdem wird das nächste Album "Prince" ein veritabler Erfolg. Nur einer ist damit nicht ganz zufrieden: Prince. Die eigenen Songs sind ihm zu glatt gebügelt und ein zu eindeutiges Zugeständnis an den aktuellen Musikgeschmack. Und auch die ewigen Vergleiche mit Stevie Wonder gehen ihm auf den Zeiger. Deshalb schneidet er sich die Haare kurz, zieht sich Strapse an und turnt in einem knappen Tangahöschen über die Bühne. Nicht alle finden das gut. Als er 1981 im Vorprogramm der Rolling Stones auftreten darf, buhen ihn die Fans der Altrocker gnadenlos aus und bewerfen das androgyn wirkende Wesen mit Bierflaschen.

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Doch Prince steht diesen Tiefpunkt zu Beginn seiner Karriere durch. Wie, bleibt wie vieles andere in seinem Leben sein Geheimnis. Denn Interviews gibt er so gut wie gar nicht. Und wenn, dann spricht er von Prince in der dritten Person, als wäre ein ganz anderer gemeint. Den Durchbruch schafft er ein Jahr nach dem Stones-Debakel mit dem Doppelalbum "1999".

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Prince ge-bootlegt - Gespräch mit dem Bootlegger "Arthur"

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Von da an geht es Schlag auf Schlag. Spätestens mit dem 1984er Album "Purple Rain" kennt die ganze Welt den kleinen Mann aus Minneapolis. Prince heimst Preise ein, die er eigenhändig entgegen nimmt – oder auch nicht. Mit dem Durchbruch und dem Ruhm zeigt sich eine neue Seite des begnadeten Musikers: Prince mutiert zum unberechenbaren Exzentriker, von dem man nie weiß, mit wem er sich als nächsten anlegen will.

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Joachim Hentschel, Musikjournalist, über seinen Besuch im Paisley Park

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Erfolge, Leben, Drogen

Als im März 1987 das Doppelalbum "Sign 'o the Times" erscheint, ist Prince auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Schaffensphase. Und er lässt es ordentlich krachen. Als er ein Konzert in Stuttgart spielt, mietet er 27 Doppel-, zehn Einzelzimmer und drei Suiten an. Allein fünf Bodyguards, ein Leibkoch und der Rest der Entourage müssen untergebracht werden. Für die Musiker sind zumeist Doppelzimmer vorgesehen. Mit ihnen hat er in den folgenden Jahren ohnehin immer Probleme und wechselt sie wie seine Tanga-Bühnen-Höschen.

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Markus Herold, ehem. Tränenpalast-Manager

Das legendäre Aftershowkonzert im Tränenpalast 1994

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Und auch ein anderes, nahezu neurotisches Problem zeigt sich Ende der 80er Jahre verstärkt: Immer häufiger hat Prince das Gefühl, seiner musikalischen Rechte beraubt zu werden. Hinter jeder Signatur unter einem Vertrag wittert er inzwischen ein Komplott, um ihn zu bestehlen. Sein Ziel ist deshalb die vollkommene Unabhängigkeit von der Musikindustrie. Deshalb gründet er das Label "Paisley Park Records" und baut das gigantische Paisley Park Studio in Minnesota. Doch es gibt noch immer die verdammten Verträge. Vor allem den mit Warner Bros. Records. Warner Bros. sehen in ihrem Künstler natürlich vor allem einen gewinnbringenden Dukatenesel. Dukaten liefert Prince bis in die 90er Jahre haufenweise mit weiteren Hits.

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Doch dann reicht es ihm endgültig. Er setzt sein altes Management vor die Tür und regelt die Sache selbst. Um nicht weiter der Geldscheißer für die Musikindustrie zu sein, legt er 1993 seinen Namen Prince ab und will nur noch als unaussprechliches Symbol wahrgenommen werden. In der Öffentlichkeit ist Prince von nun an nur noch "The Artist Formerly Known As Prince" – kurz "TAFKAP".

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Tod und Wirkung

Obwohl TAFKAP alias Prince in den 90er Jahren noch sechs Alben für Warner Bros. abliefern müsste, beendet das Plattenlabel 1994 zermürbt freiwillig die Zusammenarbeit. TAFKAP stellt ihnen Songs für zukünftige Alben vor, die qualitativ unter seiner Würde sind. Die Warner-Manager wissen, dass er Besseres liefern könnte, aber nicht will. Stattdessen schließt er andere Verträge mit anderen Plattenlabels ab, die ihm alle Verwertungsrechte an seinen Songs sichern. Doch das Symbol TAFKAP ist nicht die Marke Prince.

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Jamie Lewis, Tonmeister, über seine Zusammenarbeit mit Prince

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Der Erfolg will sich nicht einstellen, obwohl TAFKAP zur Eigenvermarktung sogar in Talkshows geht, was ihm als Prince unmöglich erschien. Erst als er Ende 1999 zu seinem ursprünglichen Namen zurückfindet, kehrt auch zaghafter Erfolg zurück. Jedoch nicht mit Hilfe eines großen Plattenlabels. Prince vertreibt seine Songs inzwischen selbst über das Internet. Das Internet erscheint ihm als vielversprechendes Instrument, die Rechte an seinem musikalischen Output besser wahren zu können. Ein Fehler, wie er später einsehen muss. Erst 2004 veröffentlicht er mit "Musicology" wieder ein Album bei einem Major-Label. Das Comeback gelingt. Doch eine Ehe wird nicht daraus.

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Michael Schütz, Orthopäde, über das Tragen von High Heels und die Auswirkungen auf Hüfte und Wirbelsäule

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In der Folgezeit sucht Prince weiter neue Wege, seine Musik unter die Leute zu bringen. So werden seine Songs beispielsweise als Gratisbeilage in großen Tageszeitungen vermarktet. Aus dem Internet zieht er sich enttäuscht völlig zurück. Dafür unterschreibt er überraschend 2014 erneut bei seinem Erzfeind Warner Bros. einen Vertrag, der ihm alle Rechte an seinen alten, dort veröffentlichten Songs zubilligt. Er hat noch viel vor. Neue Songs, neue Platten, neue Vertriebswege. Doch viel Zeit bleibt ihm nicht mehr. Am 21. April 2016 stirbt Prince im Alter von 57 Jahren in einem Fahrstuhl der Paisley Park Studios. Als Todesursache wird eine versehentliche Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl festgestellt, das der Musiker aufgrund von Hüftproblemen seit dem Jahr 2004 regelmäßig nahm.

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Prince in Zahlen

27 Instrumente sind auf Prince' Debütalbum "For You" zu hören. Er hat sie alle selbst gespielt.

32 Mal singt Prince in der Studioversion von "Sexy MF" das Wort "Motherfucker".

15 Pirouetten dreht Prince im Video zu "Kiss".

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Elf Minuten war Prince' Purple Rain ursprünglich lang, ehe es eingekürzt wurde.

95 Minuten dauerte das letzte Konzert von Prince am 14. April 2016 in Atlanta.

36,5 Stunden dauert es, wenn man alle 39 Studioalben von Prince hintereinander weg hört.

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300 Millionen Dollar Vermögen hinterließ Prince bei seinem Tod.

42.000 Prozent war der Anstieg der weltweiten Verkäufe von Prince-Alben eine Woche nach seinem Tod.

Fünf Goldene Himbeeren wurden Prince' Film "Under The Cherry Moon" im Jahr 1987 verliehen.

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Prince im Sommer der Legenden auf radioeins

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Kapitel 1

Startscreen imago unimedia images
Kapitel 2 Jugend

1 imago landmark media

2 imago  kees tabak   hollands hoogte

3 imago zuma press
Kapitel 3 Durchbruch

4 imago zuma press

5 imago unimedia images

6 imago zuma press
Kapitel 4 Erfolge, Leben, Drogen

Nevermind2

9 imago zuma press

8 imago votos roland owsnitzki waldbuehne berlin 1992
Kapitel 5 Tod und Wirkung

10 imago c.barton van flymen hollandse hoogte

11 imago upi photo

13 imago zuma press
Kapitel 6 Fakten

12 zuma press

Fakten 1 imago levine roberts

Fakten 2 imago future image
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