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Kampf um Potsdams Mitte

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Die hässlichen Plattenbauten müssen weg, sagen die einen. Die anderen aber leben oder arbeiten in den grauen Klötzen in Potsdams Mitte. Wegziehen? Unvorstellbar. Es ist ein Kampf zwischen Wohlhabenden und einfach Lebenden, zwischen Ästhetikern und Pragmatikern, zwischen Barock und DDR.

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Nach der Wende gilt der Reflex: Was an die DDR erinnert, soll verschwinden: Die Stadtverordneten beschließen 1990 eine "behutsame Wiederannäherung" an das historische, das barocke Stadtbild Potsdams. Zum Beispiel soll die prachtvolle Nikolaikirche nicht mehr durch Plattenbauten eingekesselt sein. Im Klartext bedeutet das: Gebäude aus der DDR-Zeit wie der Hotelturm, die Fachhochschule am Alten Markt und der Wohnblock "Staudenhof" hinter der Nikolaikirche werden - über kurz oder lang - ein Fall für die Abrissbirne. Schnell geht das allerdings nicht: Jahrzehnte lang wird verhandelt und geplant. Erst sehr kurzfristig, als Abrisspläne konkret werden, formiert sich Widerstand - ernstzunehmender Widerstand... (scrollen!)

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Vollbild

Eine Bürgerinitiative will die Abrisspläne der Stadt kippen. Der Zusammenschluss aus Potsdamern nennt sich "Mitte neu denken" und wird 2015 aktiv. Ihre Meinung: Die Stadt soll "weiterhin mit ihrer wechselvollen Geschichte und all ihren Brüchen sichtbar sein." Um das zu erreichen, legt sich die Initiative mit reichen, teils prominenten Spendern für die historische Mitte und auch der Potsdamer Regierung an. Sie suchen mehrmals die Auseinandersetzung im Stadtparlament. Aber auch die Bürgerinitiative "Mitteschön" kämpft vehement - für das Gegenteil: den Wiederaufbau des alten Stadtkerns. Wer gewinnt das Duell? (scrollen!)

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Im April 2016 schließlich startet  "Mitte neu denken" das Bürgerbegehren gegen den Abriss der DDR-Bauten. Die nötigen 14.000 Stimmen kommen in kürzester Zeit zusammen. Die Stadtpolitiker reagieren bestürzt. Die Debatte um die Neugestaltung der Mitte nimmt Fahrt auf.
TV-Moderator Günther Jauch, der Millionen für die Errichtung des Fortuna-Portals gespendet hat, äußert sich nach langer Zeit des Schweigens wieder öffentlich. Auf der anderen Seite erheben die Bewohner der Platte ihre Stimme - so auch eine Rentnerin, die seit 40 Jahren im Staudenhof lebt. Runde zwei der Auseinandersetzung: Der Promi gegen die Alteingesessene... (scollen!)

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Wenn der Staudenhof abgerissen wird, bedeutet das im Klartext: Ca. 400 Menschen müssen von hier weg: alte, junge, Urgesteine und neu Hinzugezogene. Die meisten wohnen in 30-Quadratmeter-Einraumwohnungn.
Die Fotografin Kathrin Ollrogge hat 2011 Innenräume und Menschen, die hier lebten und noch leben, fotografiert... (scrollen!)

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Der Staudenhof-Wohnblock soll eigentlich 2022 abgerissen werden. Ein Gericht entscheidet Anfang März über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens. Ist es zulässig, folgt ein Volksentscheid über Bestehen oder Abriss des Staudenhofs.

Am Abriss der Fachhochschule 2017 halten die Stadtverordneten fest. Am 25.1.2017 beschließen Potsdams Stadtverordnete Vorgaben zur “Anpassung des Leitbautenkonzepts“ für die Neugestaltung der Innenstadt nach dem Abriss der alten Fachhochschule. Die Ausschreibung der Grundstücke soll aber erst nach dem Anfang März erwarteten Gerichtsurteil zum Bürgerbegehren starten.

Bleibt der Staudenhof, dann kann der Alte Markt nicht, wie es die Stadt will, nach dem Muster des historischen Stadtgrundrisses bebaut werden.

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Kampf um Potsdams Mitte - der Film von Thomas Balzer:
Samstag, 11. Februar 2017, 18.32 Uhr im rbb-Fernsehen oder in der Mediathek.

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Potsdam nach dem Krieg, alles ist im Wiederaufbau. Hier geht's zur Bildergalerie der Jahre 1912 bis 2001. (scrollen!)

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"Ich bin die Alte, ich bin die Etagenmutter hier. Wissen Sie, jeder, der weg muss und es liegen Termine an, "Oh, Frau Müller, könnse nich machen?" Sag ich: "Klar, bin ja zu Hause, nich. Geben Sie mir mal 'nen Zettel und ratzfatz ist dis fertig. Das läuft hier einwandfrei."

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Das Abstellen von Fahrrädern, der Verzehr von Eßwaren sowie der Aufenthalt fremder Personen im Haus ist nicht gestattet.
GEWOBA

Dieses Schild hängt im Eingangsbereich des Hauses Am Alten Markt 10

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"Ich weiß nur, dass es abgerissen werden soll, aber ich weiß nicht wann. Wissen Sie, ich bin 80. Entschuldigung, aber das ist mir jetzt egal. Wenn sie es abreißen, ist es weg."

Wohin werden Sie gehen, wenn das Gebäude abgerissen wird?

"Zum Friedhof. Mein ich jetzt. Na mit 80 können Sie ja jeden Tag umfallen. Ich möchte nicht meiner Tochter zur Last fallen. Ich bin ein sehr selbstständiger Mensch und möchte über mich verfügen. Jeder hat seine eigenen Ansichten und Einsichten. Ich bin schon gern allein. Wissen Sie, solange bleibe ich nicht mehr. Ich hab so viele Zipperlein, das glauben Sie nicht. Die vielen Treppen steigen, das kann ich nicht mehr.

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Empfinden Sie die Plattenbauten als störend?

"Nein, überhaupt nicht. Hauptsache es ist alles in Ordnung und nicht verkleckert und verklackert, wie die Leute so sind, das möchte ich nicht. Aber so ist es doch eine schöne Sache. Sie kriegen eine Menge Leute unter, preiswert ist es auch. Also, ich finde nichts dagegen. Gucken Sie, das ist ja auch ein Plattenbau hier. Ich fühle mich hier sauwohl. Sehr wohl."

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Was halten Sie vom Umbau der Potsdamer Mitte?

"Also, da müssen Sie den Bürgermeister fragen. Damit belaste ich mich nicht. Also hier wird ja nichts umgebaut, das bleibt ja so, wie es ist. Die Kirche bleibt stehen, das Marchwitza bleibt. Und was sie drumrum machen, was dazu passt, nehme ich an. Mich fragt ja keiner."

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"Wer etwas mehr verdient, wird sich eine teure Wohnung nehmen und es gibt ja auch Wohnungen, die man sich leisten kann."

Ist das nicht Entwurzelung, wenn man sein halbes Leben hier verbracht hat?

"Ach,... wohnen kann man überall. Und überall gibt's was Neues. Und ein neues Umfeld. Das ist doch schön! Wovor haben die Angst? Wer in Saft und Kraft ist, was soll dem passieren? Ich finde es schön, wenn es etwas Neues gibt. Ich lerne gern Leute kennen. Ich hab viel erlebt und war viel unterwegs."

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Der Zusammenhalt war anders als vorher. Die Westdeutschen sind jetzt dazugekommen, finden die Gegend auch schön.

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Seit wann leben Sie im Staudenhof?

Zehn Jahre mindestens. Habe zwar nicht so eine schöne Aussicht hier, aber es ist eine interessante Gegend. Man kann viele Leute sehen, viele Touristen beobachten. Sich alles angucken. Vor allen Dingen das Fachhochschulgebäude und dieses Gitter [Sternenmuster] gefällt mir und den Leuten sehr. Und auch die Frau unter dem Brunnen im Staudenhof, die sitzende [Frauenskulptur] und die, die unter dem Brunnen steht. Die ist schwer erkennbar.

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Wohin gehen Sie, wenn der Staudenhof abgerissen wird?

"Das weiß ich nicht, wo ich dann hingehe. Das ist alles offen. Kann ich nicht sagen."

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Dieser Abriss ist mir nicht ganz klar. Warum sollen diese Gebäude abgerissen werden? Will man nun die alten Leute aus dem Zentrum weghaben oder sollen hier Luxusvillen oder Luxushäuser entstehen für die Leute, die mehr Geld haben? Dem kann ich nicht zustimmen. An der ganzen Alten Fahrt sollen Luxusvillen gebaut werden, wo wir es uns eh nicht leisten können, einzuziehen. Und jetzt soll dieses Gebäude auch noch weg? Wo sollen denn die ganzen Leute hin? Bornstedter Feld, aufm Grünen, wo man, wenn man mal zum Arzt will oder zur Sparkasse oder sonstwohin - da sitzt man und kommt nicht weg. Mit mir nicht.

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"Wir sind in den Plattenbauten groß geworden. Das gehört zum Alltag dazu, zum Leben. Plattenbau ist etwas für die arbeitende Bevölkerung. Warum soll er nur weg? Es verdient nicht jeder so viel Geld, um sich hohe Mieten zu leisten. Die Plattenbauten gehören genauso in die Stadt wie andere Bauten. Man kann nicht alles wegreißen, was nach '45 entstanden ist und es so herrichten, wie es mal war. Das geht nicht, das würde so viel Geld kosten und sprengt auch den Rahmen. Das halte ich nicht für richtig."

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"Ich war bei der Abstimmung dafür, dass das Stadtschloss gebaut wird. Aber wenn ich gewusst hätte, dass im Zuge des Stadtschlosses auch wir wegkommen sollen, hätte ich natürlich mit 'Nein' gestimmt. Ganz klar. Warum soll es nicht harmonieren - Stadtschloss und dieser Bau? Es muss doch weitergehen."

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