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ISTAF

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Seit Jahrzehnten ist Deutschlands renommiertestes Leichtathletik-Meeting Garant für hochklassigen Sport in Berlin. Zahlreiche Superstars liefen, sprangen und warfen im Olympiastadion, knackten Rekorde und genossen die Atmosphäre. Diese Webdoku erzählt Geschichte und Geschichten des ISTAF.

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ISTAF? Was heißt das eigentlich?

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1921 stellen der Berliner SC, der SC Charlottenburg sowie der Schwimmclub Poseidon ein Sportfest auf die Beine und taufen es ISTAF. Obwohl die Premiere mit rund 20.000 Zuschauern gut besucht ist, bleibt eine Fortsetzung zunächst aus. Ort des Geschehens ist das Deutsche Stadion, zu dem auch ein Wasserbecken gehört. Zum ersten und einzigen Mal stehen deswegen auch Schwimmwettbewerbe zum ISTAF-Programm.

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1960: Die Stars der Olympischen Spiel in Rom geben sich die Ehre beim ISTAF.

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1937 wird die Idee eines Sportfestes wieder aufgegriffen, um Leben in das riesige Olympiastadion zu bringen. Trotz einiger kriegsbedingter Absagen in den Folgejahren kann sich das ISTAF etablieren und wird im Olympiastadion heimisch. Vereinzelte Abstecher ins Mommsenstadion, den Jahn-Sportpark und die Deutschlandhalle bleiben Ausnahmen.

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Ein Leben für das ISTAF. Rudi Thiel in einem Porträt von 1992.

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Fast fünf Jahrzehnte stellt sich Rudi Thiel in die Dienste das ISTAF. Zunächst kümmert er sich um den Transport der Athleten, von 1968 bis 2000 ist er Meeting-Direktor und wird zu "Mr. ISTAF". Bis zu seinem Abschied macht Thiel alle Höhen und Tiefen mit und pflegt enge Kontakte zu den Größen der Leichtathletik.

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Natürlich zählt auch die ukrainische Stabhochsprung-Legende zu den guten Bekannten Rudi Thiels. Bubka ist häufig zu Gast im Olympiastadion. Siebenmal gewinnt er in Berlin, seine 6,05 Meter von 1994 sind noch immer ISTAF-Rekord.

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1989: Carl Lewis zu Besuch in Berlin.

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Lange dominiert der US-Amerikaner die Leichtathletik und gilt als deren Superstar. Regelmäßig liefert Lewis auch in Berlin Kostproben seines Könnens ab. So auch 1997, als er mit einer All-Star-Staffel sein letztes Rennen in Europa läuft.

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Weltrekorde sind seit jeher die Highlights von Leichtathletik-Meetings. Bislang 16 solcher Bestleistungen wurden beim ISTAF aufgestellt. Said Aouitas Weltrekord über 1500 Meter von 1985 hat immerhin sieben Jahre Bestand. Nicht ganz so langlebig...


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...ist die Bestmarke über 800 Meter, die David Rudisha 2010 aufstellt. Der Kenianer unterbietet seine Zeit bereits eine Woche später.

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Rosi Ackermann überspringt zwei Meter.

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Sporthistorisches trägt sich am 26. August 1977 zu: Rosemarie Ackermann aus Cottbus schafft als erste Frau überhaupt einen Sprung über zwei Meter. Sie ist die letzte relevante Vertreterin der sogenannten Straddle-Technik.

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2009: rbb-Reporterin Corinna Fröschke zu Besuch bei Rosi Ackermann in Cottbus.

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Mit ihrem Zweimetersprung schreibt Rosi Ackermann ein wichtiges Kapitel der ISTAF-Geschichte. Aber auch andere Deutsche prägen das Berliner Leichtathletik-Meeting.

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1977: Harald Schmids einziger Sieg gegen Edwin Moses.

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Wie schnell Harald Schmid die 400 Meter Hürden auch zurücklegt, Edwin Moses ist stets ein bisschen schneller. Das Duell dieser Ausnahmeläufer prägt die Leichtathletik über Jahre. Letztlich reicht es für Schmid nur zu einem einzigen Erfolg über Moses: beim ISTAF 1977.

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1994: Dieter Baumann beim ISTAF

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Der Olympiasieger von 1992 ist seinerzeit einer der größten Stars der deutschen Leichtathletik. Eine Teilnahme am ISTAF lässt sich der Schwabe daher nur ungern entgehen.

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Trotz der hochkarätigen Stars gerät das ISTAF immer wieder in Krisen. 2002 meldet die ISTAF GmbH Insolvenz an, 2009 und 2012 ist die Zukunft des Meetings durch den Ausstieg von Sponsoren gefährdet. Die Gedankenspiele reichen von einer Schrumpfkur und einem dauerhaften Umzug in den deutlich kleineren Jahn-Sportpark bis zur endgültigen Einstellung des renommierten Events. Letztlich hat das ISTAF doch noch jede Klippe umschiffen können.

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Zwischen 1993 und 2009 gehört das ISTAF ganz offiziell zu den wichtigsten Meetings der Leichtathletik. Zunächst als Mitglied der Golden Four und später als Teil der Golden League spielt es eine Hauptrolle im Wettkampfkalender. Seit 2010 gibt es die Diamond League, das ISTAF zählt nicht dazu. Der Vorteil: In Sachen Termin, Starterfeld und Disziplinen ist das ISTAF sein eigener Herr und nicht an die Vorgaben der Diamond League gebunden.








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2012: Robert Harting lässt sich feiern.

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Neben der Unabhängigkeit von der Diamond League entpuppt sich auch die Entwicklung von Robert Harting als Glücksfall. Der charismatische Wahlberliner wird zur herausragenden Persönlichkeit der deutschen Leichtathletik und zum Gesicht des ISTAF, das er als sein Heimspiel begreift.

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Nur wenige Meetings zeigen sich so innovativ in der Präsentation von Leichtathletik wie das ISTAF. Bestes Beispiel ist das ISTAF Indoor, das seit 2014 den berühmten Namen auch im Winter spektakulär und kurzweilig in Szene setzt.

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Auch bei seiner 75. Auflage am 3. September 2016 verspricht das ISTAF großen Sport.Meeting-Direktor Martin Seeber kann gleich sechs Goldmedaillengewinner aus Rio begrüßen. Auf Christoph Harting und das das Duell gegen seinen Bruder Robert müssen die Zuschauer aber leider verzichten. Der frischgebackene Olympiasieger musste seine Teilnahme krankheitsbedingt absagen.

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