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Los geht's

Berlinale - Von A bis Z

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Endlich wieder anstehen: das größte Publikumsfestival der Welt ist eröffnet - die Berlinale. 10 Tage Zeit um über 400 Filme zu sehen. Und auch Zeit um das Festival mal von A biz Z zu analysieren.

Viel Spaß beim Scrollen wünscht Stilbruch & das Berlinale Studio.

[PS: Wiederkommen lohnt sich - im Laufe des Festivals kommen immer mehr Seiten dazu.]

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Der Weg zu den Berlinale-Tickets ist kein einfacher: zu Spitzenzeiten rückt man in der Warteschlange in 1 Stunde nur 10 Plätze auf.
Wer Erfahrung hat, der bringt da gleich den eigenen Klappstuhl mit oder, ganz extrem, den Schlafsack zum Übernachten vor dem Ticketstand.
Etwas Positives hat das gemeinsame Warten dann doch: endlich mal Zeit das Programmheft zu lesen.

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Der Ticketkauf muss nämlich gut geplant sein: die Berlinale-Filme gehen nicht alle auf einmal in den Verkauf, sondern nach und nach. Erst drei Tage vor der jeweiligen Vorstellung sind die Karten verfügbar.
Wer sich da im Datum irrt - der hat umsonst angestanden.
Jeder Berlinale Besucher hat deswegen seine ganz eigene Strategie:

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Der Alptraum für jeden Berlinale-Fan: endlich kurz vor der Kasse und der Punkt hinter dem Wunschfilm wird rot. Passiert leider oft.
Dann heißt es: flexibel bleiben und vom Cate Blanchett-Film eben auf die afghanische Dokumentation umsteigen.
Oder das nächste Mal vor dem Ticketstand übernachten - um wirklich als Erster um 10 Uhr morgens davor zu stehen.

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Die Schwaben sind überall in Berlin, und seit 2001 auch auf der Berlinale - seitdem leitet nämlich Dieter Kosslick das Festival. Der 66-jährige Baden-Württemberger hat aber nicht nur den Hut auf, sondern vorallem jedes Mal einen anderen Schal an. Und mit seinem charmanten Englisch holt er die internationalen Stars zur Berlinale.
Obwohl Dieter Kosslick schon im besten Rentenalter ist - er macht weiter. Gerade hat er seinen Berlinale-Vertrag bis 2019 verlängert.

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In Cannes schlürfen Festivalbesucher Cocktails am Strand, in Venedig sonnen sich die Schauspieler in der Gondel - nur in Berlin, da frieren Filmfans und Stars zusammen.
Das war nicht immer so: bis 1978 fand die Berlinale im Juni statt. Allerdings wurde sie deswegen oft nur als Resterampe der Filmfestspiele in Cannes wahrgenommen, die im Mai stattfinden.
Deswegen zog die Berlinale in den Winter um und der damalige Festivalleiter Wolf Donner verteilte Pudelmützen an die Festivalzuschauer.

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Auf der Berlinale rattert es nicht mehr im Vorführraum, es rauscht. Der Grund: fast alle Filme werden digital eingereicht und für die Vorführungen auf einem großen Computerserver gelagert. Eine 35mm-Filmrolle ist mittlerweile eine echte Seltenheit.
Digital ist auch praktisch - die über 400 Filmen müssen nur noch per Kabel in die richtigen Kinos verschickt werden.
Und auch dort reicht ein Klick:

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In Cannes wird die goldene Palme verliehen, in Venedig gibt es den goldenen Löwen und in Berlin wird der beste Film mit dem goldenen Bären ausgezeichnet. Alle Festivalstädte haben ihren Preis aus ihrem Stadtwappen entnommen. Schon seit der ersten Berlinale gibt es die goldenen und silbernen Bären. Die ersten sechs Jahre wurde zusätzlich noch ein bronzener Bär für die Drittplatzierten des Wettbewerbs verliehen – er wurde 1956 abgeschafft. Fatih Akins „Gegen die Wand“ war 2004 der letzte deutsche Film, der mit dem goldenen Bären ausgezeichnet wurde.

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Die Bären-Trophäe wurde nach einer Vorlage der Berliner Bildhauerin Renée Sintenis entworfen und wird seit der Gründung der Berlinale in der Gießerei Noack in Charlottenburg hergestellt. In jedem Bär stecken 3 Tage Handarbeit – er besteht aus Bronze und wiegt rund 2,5 Kilo. Die Mitarbeiter im Familienbetrieb Noack sind übrigens die ersten, die die Namen der Preisträger erfahren - schließlich müssen sie die entsprechenden Namensschilder an den Trophäen anbringen. Angeblich musste die Gießerei für Matt Damon 2013 einen Extra-Bären herstellen, weil der Schauspieler seinen verloren hatte.

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Nach Kriegsende sehnten sich die Deutschen nach dem Glanz und Glamour der 20er Jahre. Um Berlins Kulturlandschaft und die zerstörte deutsche Filmindustrie wieder aufzubauen, initiierten die amerikanischen Alliierten die Internationalen Filmfestspiele von Berlin. Im Sommer 1951 wurde die erste Berlinale mit Alfred Hitchcocks Film "Rebecca" im Titania Palast in Berlin Steglitz eröffnet. Die Schauspielerin Joan Fontaine war der erste umjubelte Stargast.

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Schon im zweiten Jahr zog die Berlinale um: Der Zoopalast am Kurfürstendamm sollte bis 1999 ihr Zuhause werden. In den ersten Jahren lag die Entscheidungshoheit über die Preise beim Publikum. Je nachdem, wo die Zuschauer ihre Kinokarten einrissen bedeutete das, dass sie den Film "sehr gut", "gut", oder "mäßig" fanden. Erst seit 1956 bewertet eine internationale Jury die Filme auch nach künstlerischen Gesichtspunkten. 

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1970 brachte diese Jury die Berlinale fast zum Wanken: zum ersten Mal blieben die Bären-Trophäen im Schrank. Der Grund: Michael Verhoevens Film "O.K.". Darin vergewaltigt ein US-Soldat ein Mädchen - in Zeiten des Vietnamkrieges ein schwieriges Thema. Die Jury zerstritt sich, trat zurück und die Berlinale wurde abgebrochen.
Nicht der einzige Jury-Skandal: Der italienischen Schauspielerin Gina Lollobrigida missfiel 1986 die Entscheidung für den Film "Stammheim" so sehr, dass sie den Film in der Öffentlichkeit als "mies" bezeichnete. Dabei herrscht traditionell eigentlich Stillschweigen über Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Jury.

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Auf der Berlinale wird gelacht - nur meistens nicht im Kinosaal. Die Berlinale sieht sich seit jeher als politisches und damit ernsthaftes Festival. Das spiegelt sich auch in der Filmauswahl wider: Die Protagonisten suchen oft nach dem Sinn des Lebens, müssen schwere persönliche Krisen durchstehen oder werden von der Gesellschaft ausgegrenzt. Dieses Jahr könnten die Tränen aber vielleicht auch manchmal vor Lachen fließen: eine chinesische Actionkomödie und eine japanische Fantasy-Lovestory haben es in den Wettbewerb geschafft.

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Kleben, ausrollen, glatt streichen - immer wieder und 3 Stunden später ist er dann fertig: der rote Teppich vor dem Berlinale Palast. Insgesamt ist er 25 Meter lang und hat eine Fläche von 200 qm. Genug Platz für die vielen Premierengäste. Die hinterlassen natürlich ihre Spuren: der Teppich wird deswegen mehrmals am Tag gereinigt und während dem Festival bis zu drei Mal ausgetauscht.
Nimmt man die roten Teppiche vor allen Berlinale-Kinos zusammen, ergibt das um die 1500 qm roter Stoff. 

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Gary Cooper, Sophia Loren oder Cary Grant - in den ersten Berlinale-Jahren flanierten die großen Stars über den roten Teppich. Auch einer der Gründe, warum das Festival so schnell so beliebt wurde.
Heute, so scheint es, setzt man allerdings lieber auf Inhalt als auf Hollywood-Glamour. Mit den Oscars kann das Star-Aufgebot der Berlinale nicht mithalten.
Die Berlinale Besucher stört das wenig:

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Echte Kenner tragen natürlich eine alte Berlinale-Tasche. Denn die sagt ganz klar: "Ich war schon damals dabei." - und damals gab es die Tasche auch nur für akkreditierte Teilnehmer.
Mittlerweile ist die Berlinale-Tasche nämlich nicht mehr ganz so exklusiv: seit 2006 kann sie jeder Besucher im Souvenir-Shop kaufen.
Über das Taschen-Design streiten die Berlinale-Fans jedes Jahr:

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Über 400 Filme auf der Berlinale - schwierig da den Überblick zu behalten. Heiß begehrt ist deswegen das Programmheft. Jede freie Minute wird genutzt um darin zu blättern und Kreuzchen hinter die Wunschfilme zu machen.
Aber auch nach stundenlanger Lektüre - die meisten Berlinale-Besucher scheinen immer noch verwirrt:

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